Berlin – Gegen Pläne der Landesgesundheitsministerien, das Wahltertial im Praktischen Jahr (PJ) zugunsten eines allgemeinmedizinischen Pflichtabschnitts von vier Monaten in einer hausärztlichen Praxis abzuschaffen, protestieren die Medizinstudierenden in Deutschland.
Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) sowie die Studierendenvertreter des Marburger Bundes und des Hartmannbundes warnen, die einseitige Fokussierung auf die Allgemeinmedizin verschärfe die mindestens genauso dringlichen Probleme in anderen Fachdisziplinen. Das Wahltertial sei bei der Suche nach dem richtigen Weiterbildungsfach für die künftigen Ärzte wichtig. Gleichzeitig biete es fast allen ärztlichen Disziplinen die Möglichkeit, Studierende von ihrem Fach zu überzeugen.
Die Einführung eines verpflichtenden PJ-Abschnitts in einer Hausarztpraxis würde nach Auffassung der Studierenden die Qualität der Ausbildung mindern. Eine gute, überzeugende Ausbildung im Fach Allgemeinmedizin im PJ könnten nur Lehrpraxen leisten, deren Inhaber dazu motiviert seien und deren Lehrqualität gesichert sei. Die Allgemeinmedizin würde nicht attraktiver, wenn jedes Jahr fast 10.000 Studierende ohne gesicherte Lehrqualität durch ein Pflichttertial „durchgeschleust würden“, so die Studierendenvertreter.
Hintergrund des Protests ist ein entsprechender
Änderungsantrag im Gesundheitsausschuss des Bundesrates zur Novelle der
Approbationsordnung. Diese hat nach Auskunft verschiedener
Landesgesundheitsministerien realistische Aussichten auf eine
Mehrheit.
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