Body-Adiposity-Index nicht aussagekräftiger als bekannter Body-Mass-Index
Montag, 20. Februar 2012
dpa
Potsdam-Rehbrücke – Die Messung des Taillenumfangs ist
besser geeignet, den prozentualen Körperfettanteil abzuschätzen, als der neue
Body-Adiposity-Index (BAI). Dieser ist außerdem dem altbekannten
Body-Mass-Index (BMI) nicht überlegen. Das berichten Wissenschaftler des
Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) unter Führung von Matthias
Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke und
Norbert Stefan von der Medizinischen Klinik IV der Universität Tübingen. Sie
publizierten ihre Daten in der Fachzeitschrift Diabetologia (doi
10.1007/s00125-012-2499-z). Auch das Diabetes-Risiko lässt sich laut Studie
präziser anhand des Taillenumfangs beurteilen.
Erst im letzten Jahr hatten US-amerikanische Forscher die
Gleichung für den BAI entwickelt (BAI = Hüftumfang in cm/(Körperlänge in m)1,5
– 18 = prozentualer Körperfettanteil), der dazu dienen soll, den prozentualen
Körperfettanteil einfach, preiswert und genau abzuschätzen. Der neue Index
berücksichtigt neben der Körperlänge den Hüftumfang einer Person. Mittlerweile
hat der BAI weltweit viel Aufmerksamkeit bekommen und wird von vielen
Mitarbeitern im Gesundheitswesen verwendet, um die Körperfettmasse zu
beurteilen.
Die Wissenschaftler verglichen die Aussagekraft des neuen
Index mit der Aussagekraft von Hüftumfangs- und Taillenumfangs-Messungen sowie
der Aussagekraft des BMI. Hierfür nutzten sie die Daten von 138 männlichen und
222 weiblichen Studienteilnehmern des „Tübinger
Lebensstil-Interventions-Programms“ (TULIP). Als Goldstandard für den Vergleich
der verschiedenen Messmethoden dienten Magnet-Resonanz-Tomographie-Messungen,
die den Körperfettanteil sehr genau bestimmen und von der Arbeitsgruppe um
Fritz Schick im Rahmen der Tübinger Studie durchgeführt worden waren.
„In der aktuellen Studie konnten wir zeigen, dass der BAI
dem altbekannten BMI bei der Einschätzung des prozentualen Körperfettanteils
nicht überlegen ist und der BMI sogar in einer engeren Beziehung zur
Körperfettverteilung steht als der BAI“, so Schulze. Insbesondere bei
männlichen Studienteilnehmern war die Einschätzung des prozentualen
Körperfettanteils mit Hilfe des BAI ungenau.
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Die praktisch wichtigste Info wird unterschlagen - die Schlussfolgerung der Autoren: Waist circumference in men and hip circumference in women are better predictors of PBF than BAI and BMI. BAI was not as strong a predictor of diabetes as BMI, while waist circumference was the strongest predictor. Wäre schön, wenn die oberen Normwerte dafür auch mitgeteilt worden wären.
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