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Publikationen zum H5N1-„Supervirus“ weiter verschoben

Montag, 20. Februar 2012

Genf – Das Moratorium zur Publikation der umstrittenen Experimente zum H5N1-„Supervirus“ soll verlängert werden. Darauf einigten sich die betroffenen Parteien auf einem Treffen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Auf Einladung der WHO hatten in der letzten Woche 22 Experten über die geplante Publikation der Experimente diskutiert, die die Teams um Ron Fouchier am Erasmus Medical Center in Rotterdam und um Yoshihiro Kawaoka von der University of Wisconsin–Madison durchgeführt hatten.

Die niederländischen Forscher hatten herausgefunden, dass nur fünf Mutationen genügen, um die Übertragbarkeit des avianen H5N1-Virus („Vogelgrippe“) so weit zu steigern, dass es per Tröpfcheninfektion Frettchen infiziert. Die Versuchstiere dienten dabei als Modell für die Übertragung beim Menschen.

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Das US-Team hatte ein hochinfektiöses Virus kreiert, indem es das H5 Haemagglutinin-Antigen des H5N1-Virus mit den restlichen Genen des H1N1-Virus der Grippepandemie 2009 kombinierte. Fouchier hat die Arbeit bei Science zur Publikation eingereicht. Kawoaka will die Ergebnisse in Nature publizieren.

Beide Journals haben bisher von einer Veröffentlichung abgesehen, nachdem das National Science Advisory Board for Biosecurity (NSABB) interveniert hatte. Die US-Behörde befürchtet, dass die Methodik der beiden Publikationen Bioterroristen als Bauanleitung für eine verheerende Biowaffe dienen könnten.

Fouchier und Kawoaka vertreten dagegen die Ansicht, dass die Arbeiten wichtige Grundlagen für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen ein H5N1-„Supervirus“ schaffen. Nature und Science sehen in der Intervention der NSABB einen prinzipiellen Eingriff in ihr Grundrecht auf unzensierte Publikation wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Am Ende konnten sich die Experten, zu denen neben Vertretern der Journals und des NSABB auch die betroffenen Forscher gehörten, auf keinen Publikationsplan einigen. Die Studien sollen „in Gänze“ publiziert werden, über die Ausgestaltung soll allerdings in den nächsten Monaten noch im Hintergrund diskutiert werden.

Das Moratorium, das auch weitere Forschungen umfasst, wird damit auf unbestimmte Zeit verlängert. Der WHO-Vertreter Keiji Fukuda, „Assistant Director-General“ für Gesundheitssicherheit und Umwelt, drückte die Besorgnis aus, dass die avianen Influenzaviren mit ihrer hohen Letalität von 60 Prozent, aber bisher geringer Übertragbarkeit beim Menschen, durch die Kombination mit den hochansteckenden humanen Influenzaviren zu einer Bedrohung werden könnten. Es wurde aber auch die Notwendigkeit für weitere Forschungen anerkannt.

Beobachter merkten an, dass die Studien bereits in Fachkreisen bekannt sind, da beide Teams ihre Forschungsergebnisse im letzten Jahr auf Fachkongressen vorgestellt haben. Auch die hohe Letalität des H5N1-Virus für den Menschen wird infrage gestellt. Die Zahl beruht auf etwa 600 der WHO gemeldeten Erkrankungen aus den letzten Jahren.

Es erscheint aber möglich, dass leichtere Erkrankungsfälle nicht gemeldet wurden. Die Letalität wäre dann geringer. Aber auch eine geringe Letalität kann bei einer hochansteckenden Erkrankung viele Opfer fordern. An der Spanischen Grippe sollen zwischen 1918 und 1920 schätzungsweise 50 Millionen Menschen gestorben sein, obwohl Experten die Letalität nur auf 2 Prozent schätzen. © rme/aerzteblatt.de

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kairoprax
am Dienstag, 21. Februar 2012, 16:11

Laber-Rhabarber!


immer schon war es so gewesen, daß Geheimwissen den Mißbrauch fördert oder zu obskuren Geschäften mißbraucht wird. Zwar frage ich mich, warum erwachsene Menschen mit gefährlichen Viren spielen und Viren zusammenbasteln, die die Natur nicht gemacht hat. Aber wenn man schon irre Wege geht, sollte das wenigstens unter Beobachtung geschehen.

Vielleicht gibt es ja jenseits des CIA Nicht-Terroristen, die auch dann noch helfen können, wenn die Terroristen in und außerhalb der Geheimdienste den Überblick und die Kontrolle verloren haben. Die brauchen wohl fundierte und umfassende Informationen.

Auch die Rolle der WHO ist mehr als suspekt.
Sie gehört dem Inner Circle an und ist immer schon an den entlegendsten Orten der Welt, wo gerade ein neuer, gefährlicher Virus seinen Weg zu machen beginnt.
Sieht man hier Pyromane in der Uniform der Feuerwehr?

Dr. Karlheinz Bayer, Bad Peterstal

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