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| dpa |
Die niederländischen Forscher hatten herausgefunden, dass nur fünf Mutationen genügen, um die Übertragbarkeit des avianen H5N1-Virus („Vogelgrippe“) so weit zu steigern, dass es per Tröpfcheninfektion Frettchen infiziert. Die Versuchstiere dienten dabei als Modell für die Übertragung beim Menschen.
Das US-Team hatte ein hochinfektiöses Virus kreiert, indem es das H5 Haemagglutinin-Antigen des H5N1-Virus mit den restlichen Genen des H1N1-Virus der Grippepandemie 2009 kombinierte. Fouchier hat die Arbeit bei Science zur Publikation eingereicht. Kawoaka will die Ergebnisse in Nature publizieren.
Beide Journals haben bisher von einer Veröffentlichung abgesehen, nachdem das National Science Advisory Board for Biosecurity (NSABB) interveniert hatte. Die US-Behörde befürchtet, dass die Methodik der beiden Publikationen Bioterroristen als Bauanleitung für eine verheerende Biowaffe dienen könnten.
Fouchier und Kawoaka vertreten dagegen die Ansicht, dass die Arbeiten wichtige Grundlagen für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen ein H5N1-„Supervirus“ schaffen. Nature und Science sehen in der Intervention der NSABB einen prinzipiellen Eingriff in ihr Grundrecht auf unzensierte Publikation wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Am Ende konnten sich die Experten, zu denen neben Vertretern der Journals und des NSABB auch die betroffenen Forscher gehörten, auf keinen Publikationsplan einigen. Die Studien sollen „in Gänze“ publiziert werden, über die Ausgestaltung soll allerdings in den nächsten Monaten noch im Hintergrund diskutiert werden.
zum Thema aerzteblatt.de |
Beobachter merkten an, dass die Studien bereits in Fachkreisen bekannt sind, da beide Teams ihre Forschungsergebnisse im letzten Jahr auf Fachkongressen vorgestellt haben. Auch die hohe Letalität des H5N1-Virus für den Menschen wird infrage gestellt. Die Zahl beruht auf etwa 600 der WHO gemeldeten Erkrankungen aus den letzten Jahren.
Es erscheint aber möglich, dass leichtere Erkrankungsfälle
nicht gemeldet wurden. Die Letalität wäre dann geringer. Aber auch eine geringe
Letalität kann bei einer hochansteckenden Erkrankung viele Opfer fordern. An
der Spanischen Grippe sollen zwischen 1918 und 1920 schätzungsweise 50
Millionen Menschen gestorben sein, obwohl Experten die Letalität nur auf 2
Prozent schätzen.
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