Neue Traumaambulanz für Kinder und Jugendliche in Dresden
Mittwoch, 22. Februar 2012
Dresden – Eine „Spezialambulanz für Kinder und Jugendliche
mit Traumafolgestörungen“ hat die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
und -psychotherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden
eingerichtet.
Etwa jeder 100. Deutsche erlebt als Kind oder Jugendlicher
ein traumatisches Ereignis. Von den Betroffenen entwickeln etwa zwei Prozent
eine behandlungsbedürftige posttraumatische Belastungsstörung. „Gerade bei
Kindern fallen die Reaktionen auf Traumata sehr unterschiedlich aus. Das können
Trennungsängste, Aggressivität, Alpträume oder selbstverletztende
Verhaltensweisen sein, die auch viele Wochen oder Monate nach einem
traumatischen Erlebnis noch auftreten können.
Oft wird der Zusammenhang mit einem traumatisierenden
Ereignis deshalb nicht gleich erkannt“, sagte Veit Rößner, Direktor der Klinik
und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Jugendlichen dagegen sei der
Zusammenhang zwischen ihren Problemen und den Erlebnissen häufiger bewusst, so
dass sie teilweise eigenständig therapeutische Hilfe suchten.
Auslöser für die Belastungsstörungen seien vor allem
sexuelle und andere körperliche Gewalt, aber auch schwere Unfälle, eigene
lebensbedrohliche Erkrankungen wie Krebs oder der Verlust von Angehörigen.
„Ziel der Traumatherapie ist es, dass Patienten ihren
Erinnerungen nicht mehr so stark ausgeliefert sind“, sagte Claudia Schneider.
Die Psychologin und Psychotherapeutin wird die neue Spezialambulanz leiten. Sie
arbeitet seit neun Jahren mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen, unter
anderem in Afghanistan, Brasilien und Sri Lanka. © hil/aerzteblatt.de
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