Politik

Bahr rechnet mit baldiger Vorlage zur Organspende

Mittwoch, 22. Februar 2012

Berlin – Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) rechnet in den kommenden Wochen mit einer Gesetzesvorlage zur Neuregelung der Organspende. Der Minister sprach am Mittwoch in Berlin von „sehr guten Gesprächen“ unter den Bundestagsfraktionen. Er äußerte sich bei der Vorstellung der Informationskampagne „Organspende macht Schule“. Damit wollen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und die Techniker Krankenkasse Schüler über das Thema informieren.

Video: Leben nach der Organspende
Die Fraktionen von Union, FDP, SPD und Grünen arbeiten derzeit an einem gemein­samen Vorschlag für eine „Ent­scheidungslösung“ im Trans­planta­tionsgesetz. Künftig soll jeder Bürger mindestens einmal im Leben verbindlich zu seiner Spendebereitschaft befragt werden.Die Antwort soll zum Beispiel auf der Gesundheitskarte festgehalten werden. Organe dürfen in Deutschland derzeit nur entnommen werden, wenn der Spender vor seinem Tod ausdrücklich zugestimmt hat oder wenn die Angehörigen im Sinne des Verstorbenen einer Spende zustimmen.

Bahr betonte, dass es keinen Zwang zur Äußerung geben solle. Die Organspende sein ein „Akt der Nächstenliebe“, auf den es keinen Anspruch gebe. Da aber drei von vier Befragten ihre Bereitschaft zur Spende äußerten, aber nur jeder Vierte einen Ausweis habe, wolle der Gesetzgeber einen „Ruck“ zur Entschei­dung geben. Wesentlich sei aber die Aufklärung.

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Er hoffe, dass die Kranken­versicherungen mit der für dieses Jahr geplanten Herausgabe der ersten elektronischen Versichertenkarten bereits über eine Neuregelung der Organspende informieren könnten. Der Aufklärung soll auch die Kampagne an den Schulen dienen.

Nach Angaben der BZgA-Direktorin Elisabeth Pott ist das Wissen über Organspende unter Jugendlichen gering, das Informationsbedürfnis aber hoch. „Wir wissen aus unseren Untersuchungen, dass vor allem junge Menschen dem Thema sehr aufgeschlossen gegenüber stehen, wenn sie darauf angesprochen werden. Doch weniger als die Hälfte der 14- bis 25-Jährigen ist gut oder sehr gut über Organspende informiert“, erläuterte Pott. Es sei wichtig, dass Jugendliche verständliche Informationen erhielten. Gut informiert könnten sie dann auch eine selbstbestimmte Entscheidung treffen.

Laut Gesetz können Jugendliche mit 16 Jahren entscheiden, ob sie Organspender sein möchten, und bereits mit 14 Jahren können sie sich dagegen aussprechen. Film und Begleitmaterial werden Lehrern für den Schulunterricht zur Verfügung gestellt. Die DVD „Organspende macht Schule“ kann bei der BZgA per E-Mail unter order@bzga.de bestellt werden. © kna/aerzteblatt.de

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