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| dapd |
„Anhand von belastbaren Daten wird abermals aufgezeigt, dass die bislang für Früherkennungsmaßnahmen einzigartige Qualitätssicherung greift“, betonte Thorsten Kolterjahn, Vorsitzender des Beirats der Kooperationsgemeinschaft Mammographie. Auch für die Folgerunden würden die Vorgaben für die Leistungsparameter, die in den Europäischen Leitlinien für Qualitätssicherung festgelegt sind, erfüllt und bestätigten die erwartete Entwicklung des Programms hin zu einer höheren Entdeckungsrate.
Dabei habe es sich bei 80 Prozent der entdeckten Krebsformen um invasive Karzinome gehandelt. Bei 75 Prozent von ihnen seien die Lymphknoten der Frauen, die erstmalig am Screening teilnahmen, noch nicht befallen gewesen.
„Wir gehen davon aus, dass wir Leben retten können“, erklärte Karin Bock, Leiterin des Referenzzentrums Mammographie Südwest in Marburg. „30 Prozent aller in der Screening-Erstuntersuchung entdeckten invasiven Karzinome sind kleiner als 10 Millimeter. Bei bereits schon einmal gescreenten Frauen sind es sogar 35 Prozent.
Zum Vergleich: Vor dem Screening waren dies nur 14 Prozent.“ Die prognostisch ungünstigeren größeren Tumoren (größer als 2 Zentimeter) hätten hingegen im Screening nur noch 23 Prozent (Erstuntersuchung) sowie 19 Prozent (Folgeuntersuchung) aller entdeckten invasiven Karzinome ausgemacht, während dies vor dem Screening noch gut 40 Prozent waren.
aerzteblatt.de |
In Deutschland bieten das Mammographie-Screening-Programm erst seit Ende 2009 flächendeckend 94 Screening-Einheiten an. Jede Frau zwischen 50 und 69 Jahren hat alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie-Untersuchung. Jährlich erkranken mehr als 59.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs (Robert Koch-Institut 2010); rund 17.000 Frauen sterben jedes Jahr daran. Damit ist das Mammakarzinom der häufigste bösartige Tumor bei Frauen.
Die Kooperationsgemeinschaft Mammographie ist in gemeinsamer Trägerschaft
von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
(KBV) 2003 gegründet worden. Ihre Aufgabe ist die Koordination,
Qualitätssicherung und Evaluation des Mammographie-Screening-Programms. Wie in
den Krebsfrüherkennungs-Richtlinien vorgesehen, übergibt sie den
Evaluationsbericht dem Gemeinsamen Bundesauschuss zur weiteren Beratung.
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