Politik

CSU gegen „drittes Geschlecht“

Freitag, 24. Februar 2012

Berlin – Die CSU-Landesgruppe im Bundestag lehnt die vom Deutschen Ethikrat geforderte Einführung eines „dritten Geschlechts" ab. Dies sei „keine gute Idee“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Stefan Müller (CSU) am Freitag in Berlin.

Es sei zu begrüßen, dass der Ethikrat mit seiner Stellungnahme auf das Leid von Intersexuellen hingewiesen habe. Damit würde auch für ein größeres Bewusstsein in der Gesellschaft gesorgt, sagte Müller. Eine Änderung des Personenstandsregisters mit einer neuen dritten Kategorie käme aber für ihn „nicht infrage“.

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Der Ethikrat hatte sich am Donnerstag für die Einführung eines dritten Geschlechts ausgesprochen. Der Gesetzgeber sollte im Personenstandsregister neben „männlich“ und „weiblich“ die Kategorie „anderes“ einführen, empfahl der Rat. Medizinische Eingriffe zur Geschlechtszuordnung bei Menschen mit uneindeutigem Geschlecht seien ein Eingriff in die körperliche Unversehrtheit und sexuelle Identität. Hierüber müssten grundsätzlich die Betroffenen selbst entscheiden.

Nach Schätzungen kommen jedes Jahr einige Hundert Kinder zur Welt, deren Chromosomen, Geschlechtsorgane, Hormone oder Keimdrüsen nicht alle demselben Geschlecht zuzuordnen sind. Insgesamt sollen in Deutschland bis zu 120.000 Menschen betroffen sein. In der rund 200-seitigen Stellungnahme des Ethikrates kommen auch Betroffene zu Wort. Das Gremium spricht sich für einen Unterstützungsfonds aus sowie für eine staatliche Finanzierung von Selbsthilfegruppen. © kna/aerzteblatt.de

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