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Wie Marihuana das Gedächtnis schädigt

Freitag, 2. März 2012

Bordeaux – Die Störung des Kurzzeitgedächtnisses, die der Konsum von Marihuana auslösen kann, ist auf die Stimulierung von Endocannabinoid-Rezeptoren auf Astrozyten zurückzuführen, berichtet ein Wissenschaftlerteam in Cell (2012; 148: 1039-1050).

Die sternförmig verzweigten Astrozyten gehören zum Glia- oder Stützgewebe des Gehirns. Die Zellen füllen aber nicht einfach nur den Raum zwischen den Nervenzellen. Sie haben auch eine wichtige Nährfunktion, und mit ihren zahlreichen Ausläufern greifen sie möglicherweise auch aktiv in die Funktion der Neuronen ein.

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Die Astrozyten können Neurotransmitter aufnehmen und dadurch die Übertragung von Nervensignalen an den Synapsen modulieren. Im Hippocampus, dem Gedächtniszentrum des Gehirns, wird sogar ein Einfluss auf die Langzeit-Potenzierung (LTP) diskutiert, die Grundlage der Informationsspeicherung ist.

Astrozyten tragen auf ihrer Oberfläche den Endocannabinoid-Rezeptor 1 (CB1R). Er wird von endogenen Endocannabinoiden, aber auch durch Tetrahydrocannabinol (THC) stimuliert, dem aktiven Wirkstoff in der Hanfdroge Cannabis. Die Gruppe um Xia Zhang vom Institute of Mental Health Research der Universität Ottawa kann nun in Experimenten zeigen, dass THC über CB1-Rezeptor das G Kurzzeitgedächtnis von Mäusen herabsetzt.

Es hat zur Folge, dass der Wildtyp der Mäuse unter dem Einfluss der Cannabisdroge in einem Experiment den Weg zu einer rettenden Unterwasserplattform nicht findet. Tiere, denen das Gen für den CB1-Rezeptor auf Astrozyten entfernt wurde, haben dagegen unter Drogeneinfluss keine Orientierungsschwierigkeiten. Wurde der CB1-Rezeptor dagegen von den Neuronen entfernt, bleibt es bei der schädigenden Wirkung der Cannabisdroge. Die Experimente lokalisieren die Wirkung damit auf den CB1-Rezeptor der Astrozyten, der laut der Untersuchung auch die LTP im Hippocampus moduliert.

Die Entdeckung ist von pharmakologischem Interesse. Cannabinoide werden als Arzneimittel für eine Reihe von Krankheiten untersucht. Wenn sich störende Wirkungen auf das Kurzzeitgedächtnis vermeiden ließen, würde dies die Sicherheit dieser Wirkstoff erhöhen. Andererseits könnten Wirkstoffe, die gezielt die CB1-Rezeptoren auf Astrozyten ausschalten, die Gedächtnisleistung verbessern. Demenzerkrankungen wären ein mögliches Einsatzgebiet derartiger Medikamente. © rme/aerzteblatt.de

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straktur
am Mittwoch, 7. März 2012, 08:41

Astrozyten steuern Neurone im Änderungsverhalten

Es ist doch schon seit 20 Jahren bekannt, das Astrozyten mehr tun als nur ernähren und schützen. Da verwundert die Aussage "mit ihren zahlreichen Ausläufern greifen sie möglicherweise auch aktiv in die Funktion der Neuronen ein". Warum fällt es so schwer (und da gerade den Fachleuten), umzudenken?

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