Politik

Bahr will mehr Rechtssicherheit für Lebendspender schaffen

Montag, 5. März 2012

Berlin – Mit dem geplanten Transplantationsgesetz will die Bundesregierung auch mehr Rechtssicherheit für sogenannte Lebendspender schaffen, die schon zu Lebzeiten eine Niere oder einen Teil ihrer Leber spenden. Erstmals werde es für Arbeitnehmer bei einer Lebendspende einen gesetzlich geregelten Anspruch auf Lohnfortzahlung für sechs Wochen geben, sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) heute in Berlin.

 

Für das Krankengeld und die Kosten der Behandlung und Nachbetreuung sei immer die Krankenkasse des Organempfängers zuständig. Insgesamt würden die Neuregelungen Lebendspendern „einen deutlich besseren Rahmen“ geben, sagte Bahr.
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Die Zahl der Lebendspenden hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. 2010 wurden nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation 665 Nieren nach einer Lebendspende transplantiert. Zudem gab es 90 Lebertransplantationen nach einer Lebendspende. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier hatte 2010 seiner schwer erkrankten Frau eine seiner Nieren gespendet.

Die Fraktionen aller Bundestagsparteien hatten sich vergangene Woche auf eine Neuregelung der Organspende geeinigt. Danach werden alle Bürger künftig regelmäßig von ihren Krankenkassen per Post angeschrieben und aufgefordert, eine freiwillige Erklärung über ihre Organspendebereitschaft abzugeben. Das erste Schreiben soll bereits in diesem Jahr versandt werden. Außerdem sollen Behörden über die Organspende informieren. Ziel ist es, die Zahl der Organspender zu erhöhen.afp © afp/aerzteblatt.de

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kairoprax
am Dienstag, 6. März 2012, 13:07

Bravo!


Endlich wird klar, daß Herr Steinmeier immer schon ein Lebendspender war, und daß die Möglichkeiten, auf dieser Art zu Organspenden zu kommen der zukunftsweisende Weg ist.
Allein schon darauf hinzuweisen, wie nützlich und sinnvoll dieser Weg ist, wird aus der verlogenden Debatte um die Organentnahme bei angeblich toten Menschen in eine offene Debatte führen.
Ich wünsche mir, daß im Organspendeausweis einmal stehen wird:

"Ja, ich möchte Organspender sein, entweder wenn ich gestorben bin, dann zur Entnahme der Teile meines Körpers, die man auch Toten entnehmen kann (Hornhaut, Knochen, Hirnhäute etc.), oder dann wenn ich noich am Leben bin und das selbst oder wenn meine Angehörigen das für mich regeln."

Und weiter:

"Ich vertraue dabei auf die Rechtssicherheit, die durch das 2012 (oder wann auch immer) geänderte Transplantationsgesetz geschaffen wurde."

Wenn der bisherige Spenderausweis auf die Formulierung "nach meinem Tod" verzichtet, kann ich einen solchen Ausweis auch getrost bei mir tragen.

Auf meine Versichertenkarte möchte ich trotzdem keinerlei Einträge wissen, die sich mit Organspende befassen - genausowenig auf meinem Reisepaß oder Führerschein. Ich denke, hier werden noch Klagen kommen, welche die mißbräuchliche Verwendung von amtlichen Dokumenten und Ausweisen betreffen - auch dann, wenn das geplante Gesetz ausdrücklich Ja, Nein und Keine Angaben als Eintrag vorsieht.

Rechtssicherheit. Genau darum geht es. Bravo! an Herrn Bahr von der F.D.P.

Dr. Karlheinz Bayer, Bad Peterstal
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