Vermischtes

Überblick zur problematischen Medikation im Alter

Dienstag, 6. März 2012

Berlin/Köln – Kennzahlen zur Verordnung potenziell inadäquater Medikation (PIM) für ältere Menschen stellt ab sofort das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) zusammen mit der PMV-Forschungsgruppe der Universität Köln zur Verfügung. „Ältere Menschen sind durch die meist vorhandene Multimorbidität und Multimedikation einem höheren Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) ausgesetzt“, sagte der ZI-Vorsitzende und Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Köhler, heute in Berlin.

Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) begrüßte das neue Angebot. „Es erhöht die Transparenz bei der Arzneimittelversorgung und kann so zu einer passgenauen Pharma­kotherapie beitragen“, sagte der DGG-Präsident Werner Hofmann.

Grundlage der ZI-Auswertungen ist die sogenannte PRISCUS-Liste mit 83 Wirkstoffen, die für ältere Menschen eine Gefährdung darstellen. Das ZI berichtet in einem sogenannten Rx-Trendbericht monatlich über die Entwicklung sämtlicher bundesweit zu Lasten der Krankenkassen erfolgten Arzneimittelverordnungen. Der Rx-Trendbericht enthält jetzt auch Auswertungen zu PIM (www.rx-trendbericht.de).

Anzeige

In der PRISCUS-Liste sind 83 Wirkstoffe verzeichnet. Bei der Auswahl der Medikamente muss die veränderte Pharmakogenetik und -dynamik älterer Menschen berücksichtigt werden. Jede Verordnung hat dabei einer auf den einzelnen Patienten bezogenen Nutzen-Risiko-Abwägung zu folgen. Die PRISCUS-Liste führt daher Therapie-Alternativen sowie zusätzliche Medikationsempfehlungen, Monitoring-Parameter und Dosierungsanpassungen auf, falls der PIM Gebrauch unvermeidbar ist.

Von Januar bis November 2011 wurden in Deutschland 8,7 Millionen Packungen der PRISCUS-Wirkstoffe an Patienten verordnet, die 65 Jahre und älter sind. Der Verordnungsanteil und die verordnete Menge in Tagesdosen (DDD) sind jedoch seit Jahren rückläufig: Betrug der Verordnungsanteil bei Patienten im Alter von mindestens 65 Jahren im 1. Quartal 2009 noch 4,3 Prozent, so waren es im 3. Quartal 2011 3,5 Prozent. „Die verbesserte Bereitschaft, sich mit der Risiko-/Nutzenabschätzung von Arzneimitteln zu befassen, hat zur Folge, dass Hausärzte Medikamente individueller einsetzen. Geriater beobachteten, dass ältere Menschen eher das richtige, speziell für sie zugeschnittene Medikament erhalten“, erläuterte Hofmann. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Vermischtes

Nachrichten zum Thema

14.08.16
Training in virtueller Realität hilft Senioren, Stürze zu vermeiden
Tel Aviv – Die Erweiterung eines konventionellen Laufbandtrainings um eine Komponente der virtuellen Realität (VR) hat in einer randomisierten klinischen Studie die Zahl von Stürzen bei älteren......
04.08.16
Geriater fordern mehr altengerechte Alltagstechnologien
Berlin – Alltagstechnologien für hochbetagte Menschen der Generation 80 plus „zugänglicher, nützlicher und nutzbarer“ zu gestalten, fordern die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und die......
22.07.16
Berlin – Auf die geringe Zahl geriatrischer Rehabilitationen hat die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hingewiesen: „Die Zahl der vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung......
19.07.16
Berlin will Versorgung Hochbetagter verbessern
Berlin – Die medizinische Versorgung von Patienten ab 80 Jahren verbessern will das Land Berlin. „Bis zum Jahr 2030 erwarten wir einen deutlichen Anstieg hochaltriger Frauen und Männer ab 80 Jahren –......
01.07.16
Streit um geriatrische Versorgung
Berlin – Wer ist kompetent, hochbetagte Patienten in der Praxis zu betreuen – und darf dafür Gebührenordnungspositionen zur spezialisierten geriatrischen Versorgung abrechnen? Über diese Frage ist ein......
14.06.16
Berlin – Die Altersmedizin in Deutschland wächst: Nach Angaben von Landes- und Bezirksärztekammern verfügen im Augenblick 780 Ärzte über eine Weiterbildungsbefugnis zum Geriater. Das sind 191 Personen......
11.05.16
Berlin – 2014 gab es laut Statistischem Bundesamt 77.900 Fahrradfahrer, die bei einem Verkehrsunfall verletzt und von der Polizei erfasst wurden. 396 Fahrradfahrer verunglückten tödlich – über die......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige