Ärzteschaft

Verschleppte Arztbesuche wegen Praxisgebühr

Dienstag, 6. März 2012

Kiel – Kritik an der Praxisgebühr hat der NAV-Virchowbund, Landesverband Schleswig-Holstein, geübt. „Knapp zwölf Prozent der Bevölkerung gehen nicht oder zu spät zum Arzt, weil für sie die Praxisgebühr eine zu hohe finanzielle Belastung darstellt. Dies betrifft vor allem einkommensschwache Schichten. Die später anfallenden Therapiekosten sind umso höher“, sagte der Landesgruppenvorsitzende Matthias Seusing.

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Daher müsse die „Kassengebühr“, abgeschafft werden, forderte er. Mit der momentan sehr guten und auch absehbar komfortablen Finanzausstattung des Systems der Gesetzlichen Krankenversicherung sei die Streichung der rund 1,5 Milliarden, die den Kassen über die Arztpraxen zugutekämen, jetzt „sinnvoll, machbar und sozial richtig“, so Seusing.

Er wies daraufhin, dass die Gebühr die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen nicht steuere. Nach wie vor sei die Zahl der Arztkontakte pro Patient und Jahr mit rund 17 hierzulande überdurchschnittlich hoch. Problematisch sei außerdem der bürokratische Aufwand in den Praxen:

So müssten die zehn Euro sicher erfasst, in einer gesonderten Buchhaltung geführt, im EDV-System abgeglichen und im Fall von säumigen Zahlern angemahnt werden. Ein zusätzlicher Mehraufwand entsteht bei Notdiensten. Die Kosten dafür trage der Arzt selbst. Die Zeit, in der sich Praxismitarbeiter darum kümmerten, fehle den Patienten, so der Landesgruppen-Chef. © hil/aerzteblatt.de

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