Politik

Mitarbeiter demonstrieren gegen Stellenabbau am Uniklinikum

Mittwoch, 7. März 2012

Gießen – Kurz vor der Aufsichtsratssitzung des privatisierten Universitätsklinikums Gießen und Marburg haben mehrere Hundert Mitarbeiter gegen den drohenden Stellenabbau demonstriert. Nach Gewerkschaftsangaben versammelten sich am Mittwochnachmittag mehr als 500 Menschen vor dem Haupteingang des Gießener Großkrankenhauses. Nach Auskunft der Polizei waren es maximal 200 Demonstranten.

Mit Fahnen, Plakaten und Transparenten protestierten sie gegen die Politik des Krankenhaus­betreibers Rhön, dessen Vorstandsvorsitzender Wolfgang Pföhler unterdessen im Klinikum tagte. "Bist Du einer von 500?", war auf den Spruchbändern zu lesen. Im Gegensatz zu den Ankündigungen von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) betonte Betriebsrats­vorsitzender Klaus Hanschur, dass der geplante Stellenabbau von bis zu 500 Arbeitsplätzen noch nicht vom Tisch sei. Eine Entwarnung könne er nicht geben, rief er den Demonstranten zu. „Der Stellenabbau wird weiter vorangetrieben.” Freie Stellen würden häufig nicht wieder besetzt, befristete Stellen nicht verlängert.
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Ihre Solidarität mit den Mitarbeitern bekundeten auch Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz sowie Landrätin Anita Schneider (beide SPD). Immerhin sei das Klinikum bereits zurückgerudert, sagte Grabe-Bolz. Das sei ein „erstes positives Signal”. Jetzt müsse weiter verhandelt werden. Ver.di-Gewerkschaftssekretärin Marita Kruckewitt forderte „endlich belastbare Zahlen und ein strategisches Konzept, damit das Universitätsklinikum in eine sichere und ruhige Zukunft gehen kann”.

Bereits für den kommenden Montag hat die Gewerkschaft ver.di die nächste Protestaktion geplant. Während der Gesellschafterversammlung am Standort Gießen wollen die Beschäftigten auch gegen Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) protestieren. Für den übernächsten Samstag (17. März) ist eine Demonstration in der Marburger Innenstadt geplant. „Wir werden mit den Protestaktionen weitermachen, bis wir den Stellenabbau vom Tisch haben”, sagte ver.di-Vertrauensmann Werner Müller.

Am Abend betonte der Betreiber des privatisierten Uniklinikums Gießen und Marburg, es gebe keine konkreten Pläne zum Abbau von 500 Stellen in der Einrichtung. Dies geht aus einer Mitteilung der Rhön Klinik AG hervor, die nach der Aufsichtsratssitzung verschickt wurde. Die Geschäftsführung soll nun bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung am 22. März konkrete Umsetzungskonzepte zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage des Großkrankenhauses vorlegen.

„Grundlage für den Prozess ist das Wohl und die optimale ärztliche und pflegerische Versorgung der Patienten”, heißt es weiter in der Stellungnahme. © dapd/aerzteblatt.de

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