Krebsrisiko: Cola-Produzenten senken Gehalt an 4-Methylimidazol
Montag, 12. März 2012
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| dpa |
Washington – Der Verbraucherschutzorganisation „Center for
Science in the Public Interest“ (CSPI) ist ein kleiner Sieg gegen die Getränkegiganten
von Coca Cola und Pepsi Cola gelungen. Die Forscher konnten nachweisen, dass
die koffeinhaltigen Erfrischungsgetränke der beiden Konzerne deutlich erhöhte
Konzentrationen von des mutmaßlichen Karzinogens 4-Methylimidazol (4-MEI)
enthalten.
4-MEI entsteht bei der Karamelisierung von Zucker durch die
Maillard-Reaktion. Die kalifornische Office of Environmental Health Hazard
Assessment (OEHHA) stuft 4-MEI als krebserregend ein. Im Januar legte die
Behörde einen Grenzwert für die tägliche Aufnahme mit Lebensmittel von 29
Mikrogramm fest.
Personen, die täglich diese Menge zu sich nehmen, haben laut
OEHHA ein zusätzliches Risiko an Krebs zu erkranken von 1 zu 100.000. Viele
US-Bürger sind deutlich höheren 4-MEI Mengen exponiert, denn nach den Untersuchungen
des Center for Science in the Public Interest enthält eine typische Dose Coca
Cola 142 Mikrogramm, beim Konkurrenten Pepsi Cola sind es sogar 151 Mikrogramm.
Die „Diät“-Varianten enthalten kaum weniger, da 4-MEI im Karamelfarbstoff
enthalten ist.
Die Hersteller haben diese Darstellungen natürlich
zurückgewiesen, schließlich würden FDA, Health Canada und auch europäische
Behörden 4-MEI bisher nicht als karzinogen einstufen. Es drohte allerdings ein
erheblicher Imageverlust, da die Cola-Hersteller ihre Produkte künftig in
Kalifornien mit einem Warnhinweis versehen müssten.
Sie beeilten sich deshalb mit der Ankündigung, den
4-MEI-Gehalt der Getränke künftig unter das kalifornische Limit zu senken - und
zwar landesweit. Da die Cola-Hersteller weltweit das gleiche Rezept verwenden,
dürfte die Regelung mittelfristig auch für Europa gelten. Apropos Rezept: Beide
Hersteller bestehen auf der Feststellung, dass sich am Rezept der Colagetränke
keinesfalls etwas ändern werde. Vielmehr würden die Zulieferer angewiesen, die
Konzentration von 4-MEI im Karamel-Farbstoff zu ändern.
Für CSPI ist es eher ein symbolischer Sieg. Den Forschern
ist klar, dass die gesundheitlichen Risiken der Süßgetränke eher von deren
hohen Kaloriengehalt ausgehen. Ernährungswissenschaftler sehen einen
Zusammenhang zwischen dem hohen Konsum von Süßgetränken und der derzeitigen
Adipositas-Epidemie in den USA und anderen Industrieländern. © rme/aerzteblatt.de
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