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Pflanzlicher Wirkstoff beseitigt aktinische Keratose

Freitag, 16. März 2012

Portland – Ein Wirkstoff aus der Garten-Wolfsmilch Euphorbia peplus, einer in Europa weit verbreiteten Pflanze, könnte eines der wirksamsten Mittel zur Behandlung der aktinischen Keratose sein. Die US-Arzneibehörde FDA hat jüngst ein Präparat zugelassen, das in einer Studie im New England Journal of Medicine (2012; 366: 1010-1019) die Dermatologen überzeugte.

Die aktinische Keratose ist eine bei hellhäutigen Menschen weit verbreitete Präkanzerose. Zwei Drittel aller Spinalzellkarzinome sollen sich auf dem Boden einer aktinischen Keratose entwickeln. Auch wenn nicht genau bekannt ist, wie viele aktinische Keratosen zum Karzinom fortschreiten und das Spinaliom bei rechtzeitiger Entfernung in der Regel keine Gefahr darstellt, wird allgemein zur Behandlung der aktinischen Keratose geraten.

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Von vielen Patienten wird sie auch gewünscht, besonders weil sie sich in der Regel an UV-exponierten, also sichtbaren Hautbereichen befindet. Gerade im Gesicht sind jedoch der derzeit bevorzugten Therapie, der Kryochirurgie enge Grenzen gesetzt, zumal sie eine Narbe hinterlässt. Andere lokale Therapien wie Imiquimod oder Fluorouracil können sehr langwierig sein.

Die Behandlung mit Ingenol, das der Hersteller aus Euphorbia peplus gewinnt, erzielt dagegen bereits nach zwei- bis dreimaliger Anwendung eine gute Wirkung. Dies zeigen vier Studien, deren Ergebnisse die Gruppe um Neil Swanson von der Oregon Health and Science University in Portland zusammengefasst hat.

Die Läsionen, die sich bei 547 Patienten im Bereich von Gesicht oder Kopfhaut und bei 458 Patienten an Armen oder Rumpf befanden, waren in den Studien mit einem Gel behandelt worden, die entweder Ingenol oder keinen Wirkstoff enthielten. Das Gel für Gesicht oder Kopfhaut enthielt Ingenol in 0,015-prozentiger Konzentration. Sie wurde an drei Tagen angewendet. Das 0,05-prozentige Gel für Arme und Rumpf wurde an zwei Tagen aufgetragen.

Die Wirkung wurde mehrmals, zuletzt am Tag 57 beurteilt. Bei dieser abschließenden Untersuchung hatten sich 42,2 Prozent der Läsionen auf Gesichts- oder Kopfhaut komplett zurückgebildet (Placebo 3,7 Prozent). Auf den Armen und am Rumpf wurde bei 34,1 Prozent eine komplette Clearance erreicht (Placebo 4,7 Prozent).

In den ersten Tagen der Therapie mussten die Patienten allerdings eine lokale Entzündungs­reaktion ertragen, die auf einer Skala von 0 bis 24 die Intensität von 9,1 in Gesicht und Kopfhaut, beziehungsweise 6,8 an Armen oder Rumpf erreichte. Die Entzündungsreaktionen klangen bei den Patienten jedoch innerhalb weniger Wochen ab. Die Autoren schließen aber nicht aus, dass es bei einigen Patienten zu einer dauerhaften Depigmentierung und zu einer minimalen Narbenbildung kommen kann.

Der Hersteller Leo Pharma aus Ballarup in Dänemark erhielt aufgrund der Ergebnisse im Januar 2012 eine Zulassung durch die US-Arzneibehörde FDA. Dort wird das Gel als Picato® vertrieben. Zur Einführung in Europa macht Leo Pharma keine Angaben. © rme/aerzteblatt.de

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