Medizin

Burnout von Pflegekräften ein internationales Problem

Mittwoch, 21. März 2012

Philadelphia – Ein großer Anteil des Pflegepersonals an europäischen und US-amerikanischen Krankenhäusern ist mit ihrer Situation unzufrieden. Viele fühlen sich ausgebrannt. Die Frustration der Krankenschwestern und -pfleger kann sich einer Querschnittsstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2012; 344: e1717) auch auf die Patienten übertragen.

Die Registered Nurse Forcasting oder RN4CAST-Studie hat in 13 Ländern (darunter Deutschland) Pflegekräfte und Patienten nach ihrer Zufriedenheit mit der Krankenpflege befragt. Mit 61.168 Krankenschwestern, 131.318 Patienten in mehr als 1.000 Kliniken dürfte es sich um die weltweit größte jemals im Pflegebereich durchgeführte Studie handeln.

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Die Ergebnisse, die die Gruppe um Linda Aiken von der University of Pennsylvania School of Nursing in Philadelphia und Walter Sermeus von der Katholischen Universität in Löwen/Belgien jetzt vorstellen, zeigen ein hohes Maß an Unzufriedenheit beim Pflegepersonal, das allerdings von Land zu Land verschieden ist.

Die Frustration reichte soweit, dass zwischen 19 Prozent (in den Niederlanden) und 49 Prozent (in Griechenland) angaben, dass sie im nächsten Jahr einen neuen Job suchen wollen (Deutschland 36 Prozent). Zwischen 10 Prozent (Niederlande) und erschreckenden 78 Prozent (Griechenland) sagten, dass sie ausgebrannt seien (Deutschland 30 Prozent).

In allen Ländern waren der Personalschlüssel und die Arbeitsumgebung signifikant mit der Zufriedenheit der Patienten assoziiert. Sie beurteilten die Kliniken und die Qualität der Pflege dann besser, wenn die Pflegekräfte in den gleichen Bereichen gute Noten vergeben hatten.

Aiken und Sermeus vermuten, das in Griechenland und Spanien die schlechte wirtschaftliche Lage für die Unzufriedenheit von Pflegepersonal und Patienten verantwortlich sind, in Deutschland könnten der wirtschaftliche Druck nach der Einführung der Fallpauschalen für die Ergebnisse verantwortlich sein.

Geld ist allerdings nicht der einzige Faktor, der die Zufriedenheit beeinflusst, sonst hätten die Pflegekräfte in Irland und Finnland den Kliniken nicht so gute Noten geben dürfen, schreiben die Autoren. In Norwegen allerdings waren die guten Ergebnisse aufgrund der dortigen guten finanziellen Ausstattung erwartet worden. In Norwegen kommen 5,4 Patienten auf eine Pflegekraft, Deutschland war hier mit einem Personalschlüssel von 13,0 das Schlusslicht.

An anderer Stelle warnen Aiken und Sermeus davor, die ökonomischen Daten der OECD für bare Münze zu nehmen. Diese hatte den USA ein besonders ungünstiges Verhältnis von Pflegekräften zur Wirtschaftsleistung bescheinigt. Nach der RN4CAST-Studie ist der Personalschlüssel mit 5,3 Patienten pro Pflegekraft sogar noch besser als in Norwegen. © rme/aerzteblatt.de

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