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Zahl der Drogentoten auf neuem Tiefstand

Montag, 26. März 2012

Berlin – Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist im vergangenen Jahr stark gesunken und hat den tiefsten Stand seit 1988 erreicht. 2011 starben insgesamt 986 Menschen durch den Konsum harter Drogen und damit 20 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), und das Bundeskriminalamt (BKA) am Montag in Berlin mitteilten. Deutlich stieg allerdings im vergangenen Jahr die Zahl der erstmals bei den Behörden aufgefallenen Drogenkonsumenten – und zwar um 14 Prozent auf insgesamt 21.315.  

Ein zunehmendes Problem bei Erstkonsumenten stellt sogenanntes kristallines Methamphetamin dar, besser bekannt unter dem Namen "Crystal". 2011 wurden insgesamt 1.693 Konsumenten erstmals wegen Crystal auffällig, das waren rund 163 Prozent mehr als im Jahr davor. Zugleich gab es damit in Deutschland erstmals mehr Erstkonsumenten von Crystal als von Ecstasy. Allerdings stieg auch bei Ecstasy, Kokain und Amphetamin die Zahl der Erstkonsumenten, während es beim Heroin weniger wurden.  

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Gleichwohl starben die meisten Drogenabhängigen dem Bericht zufolge nach wie vor an einer Überdosis Heroin, oft auch in Verbindung mit Alkohol oder anderen Drogen. Das Durchschnittsalter der Drogentoten lag bei 37 Jahren.  

Angesichts des starken Rückgangs bei den Drogentoten sprach Dyckmans von einem insgesamt erfreulichen Trend. Die Substitutionsbehandlung mit Methadon, Drogenkonsumräume, Angebote zum Spritzentausch und auch medizinische und soziale Hilfsangebote trügen maßgeblich dazu bei, „dass Drogenabhängige überleben können und gesundheitlich stabilisiert werden“, erklärte die Drogenbeauftragte.    

Laut BKA wurde 2011 in Deutschland eine Rekordmenge von rund 1,4 Tonnen Amphetamin und Methamphetamin (Crystal) beschlagnahmt. Vor allem bei Crystal fanden die Sicherheitsbehörden deutlich größere Mengen als im Jahr zuvor. Darüber hinaus wurden in Deutschland 717 Cannabis-Plantagen entdeckt, davon 34 „Profiplantagen“ mit Kapazitäten von mehr als tausend Pflanzen.  

BKA-Präsident Jörg Ziercke warnte, neben Amphetaminen und Crystal, die überwiegend aus den Nachbarländern nach Deutschland eingeschmuggelt werden, müssten auch die sogenannten synthetischen Legal High-Produkte weiter im Auge behalten werden. Diese werden zum Beispiel als „Kräutermischungen“ oder „Badesalze“ verkauft und enthalten Betäubungsmittel oder andere chemische Substanzen, die laut Ziercke schwerste Vergiftungen auslösen und auch zum Tod führen können. © afp/aerzteblatt.de

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