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Krebsdiagnose kann zu Suizid und Herz-Kreislauf-Tod führen

Donnerstag, 5. April 2012

Stockholm – Der Schock, den eine Krebsdiagnose auslöst, sollte nicht unterschätzt werden. Eine Kohortenstudie im New England Journal of Medicine (2012; 366: 1310-1318) zeigt, dass in den ersten Wochen neben den Suiziden auch die Zahl der Herz-Kreislauf-Todesfälle deutlich ansteigt.

Die Epidemiologin Fang Fang vom Karolinska Institut in Stockholm hatte in früheren Studien herausgefunden, dass es bei Männern nach der Diagnose eines Prostatakarzinoms häufiger zu Todesfällen durch Suizide oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommt. In der aktuellen Analyse an mehr als einer halben Millionen Schweden weitet sie ihre Analyse auf alle Krebskrankheiten aus. In der ersten Woche nach der Diagnose stieg die Rate der vollendeten Suizide um den Faktor 12, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ermittelte Fang ein sechsfach erhöhtes Risiko.

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In den Wochen danach mindert sich das Risiko, dort selbst ein Jahr nach der Diagnose waren die Todesfälle noch häufiger als in einer Kontrollgruppe von gleichaltrigen Schweden ohne Krebsdiagnose. Eine Case-Crossover-Studie, die die Zeit nach der Krebsdiagnose mit anderen Lebensphasen der Krebspatienten verglich, bestätigte im Wesentlichen die Ergebnisse.

Das Sterberisiko steigt mit der Malignität des Krebsleiden. Nach einer Hautkrebsdiagnose war es nur tendenziell erhöht, wobei Fang hier nicht zwischen dem hochmalignen Melanom und anderen Hautkrebstypen mit weitaus besseren Heilungschancen unterscheidet. Die Diagnose von Lymphomen und Leukämien werden besser verkraftet als Brust- und Prostatakrebs. Es folgt das Kolorektalkarzinom. Lungenkrebs und – mit Abstand – Hirntumoren waren mit dem deutlichsten Anstieg der Todesfälle durch Suizid und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden.

Trotz der höheren relativen Risiken auf einen Suizid ist die absolute Gefahr, dass sich ein Patient nach einer Krebsdiagnose das Leben nimmt, sehr viel geringer, als dass er – ungewollt – einen kardiovaskulären Tod stirbt: 260 Suiziden in den ersten 52 Wochen (davon 173 auf die Krebsdiagnose zurückzuführen) standen 2.641 Herz-Kreislauf-Todesfälle gegenüber (davon 1.875 auf die Krebsdiagnose zurückzuführen).

Fang weist darauf hin, dass die Todesfälle nur die Spitze eines Eisbergs sind. Es sei anzunehmen, dass die Patienten noch unter weiteren gesundheitlichen Stressfolgen leiden, die in der Studie nicht erfasst werden konnten. © rme/aerzteblatt.de

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dr. schmidt-haghiri
am Dienstag, 10. April 2012, 11:53

Prävention

Ein möglicher Präventionsvorschlag wäre es, Patienten nicht aus Abrechnungsgründen nach der Diagnose zu entlassen und erst wieder zur Chemotherapie nach Wochen wieder einzubestellen, weils dafür mehr Geld gibt. Wie es einem Menschen zwische einer Krebsdiagnose und einem Termin zur Chemotherapie nach mehreren Wochen gehen kann, das können wir nicht wissen, aber erahnen.

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