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Antidepressiva begünstigen Gestationshypertonie

Dienstag, 10. April 2012

Montreal – Die Behandlung mit Antidepressiva erhöht während der Schwangerschaft das Risiko auf eine Gestationshypertonie. Dies geht aus einer Fall-Kontroll-Studie im British Journal of Clinical Pharmacology (2012; doi: 10.1111/j.1365-2125.2012.04196.x) hervor.

Viele Frauen entwickeln während der Schwangerschaft eine Depression. In Nordamerika sollen zwischen 4 und 14 Prozent mit Antidepressiva behandelt werden, wobei vorzugsweise Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) eingesetzt werden. Die Therapie ist umstritten. Die Einnahme von SSRI wurde in den letzten Jahren wiederholt mit Herzfehlern und Frühgeburten in Verbindung gebracht. Das Risiko ist aber geringer als nach der Einnahme von trizyklischen Antidepressiva. Die FDA warnt zudem vor der – allerdings sehr seltenen – Komplikation eines Lungenhochdrucks von Neugeborenen (persistent pulmonary hypertension of the newborn, PPHN).

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Eine weitere Folge könnte die Entwicklung einer Gestationshypertonie sein. Anick Bérard von der Universität Montréal hat die Medikamentenverordnungen von 1.216 Frauen, die eine Gestationshypertonie mit oder ohne Präeklampsie entwickelt hatten, mit jeweils zehn Kontrollen verglichen.

Ergebnis: Die Schwangeren mit Gestationshypertonie hatten zu 3,7 Prozent Antidepressiva eingenommen gegenüber einer Verordnungsrate von 2,5 Prozent unter den Kontrollen. Bérard errechnet eine Odds Ratio (OR) von 1,52 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,10-2,09), die sich auch nach Berücksichtigung anderer Ursachen kaum veränderte. Die Auswertung nach den einzelnen Medikamenten ergab auch für die heute bevorzugten SSRI (OR 1,60) und hier vor allem für Paroxetin (OR 1,81) ein erhöhtes Risiko.

Wie immer bei Fall-Kontroll-Studie lässt sich die Kausalität nur schwer beweisen. Solange keine randomisierten klinischen Studien zu dem häufigen Einsatz von Antidepressiva durchgeführt wurden, bleibt die Bewertung spekulativ. Die Tendenz vieler Psychiater geht dahin, die Medikamente in begründeten Fällen einzusetzen, die Schwangeren aber auf potenzielle Risiken hinzuweisen und mögliche Alternativen, etwa eine Psychotherapie, zu erörtern
. © rme/aerzteblatt.de

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