3.618 News Ausland

Ausland

WHO: Demenzerkrankungen zum Krisenfall erklären

Mittwoch, 11. April 2012

Genf – Demenzerkrankungen sollen nach Vorstellung der Weltgesundheitsorganisation WHO zu einem Krisenfall der öffentlichen Gesundheit erklärt werden. Ein am Mittwoch in Genf veröffentlichter Bericht der WHO und der Alzheimer's Disease International (ADI) fordert Regierungen und politische Entscheidungsträger auf, Demenz zu einer weltweiten Priorität in der Gesundheitspolitik zu erklären.

„Bisher verfügen lediglich acht von 194 WHO-Mitglied­staaten über einen nationalen Plan für Demenz­erkrankungen. Einige weitere Pläne werden derzeit entwickelt“, erklärte der Leiter der WHO-Abteilung Psychische Gesundheit und Substanzmissbrauch, Shekhar Saxena.

Anzeige

Nach Darstellung von ADI-Geschäftsführer Marc Wortmann wird weltweit alle vier Sekunden bei einem Patienten Demenz diagnostiziert. „Unser derzeitiges Gesundheitssystem ist von dieser aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung explosionsartigen Ausbreitung der Demenz-Krise schlicht überfordert“, sagte er. Der Bericht zeige, dass eine Menge getan werden könne, um das Leben von Demenzkranken und ihren Pflegepersonen zu verbessern.

ADI-Schätzungen zufolge wird sich die Zahl der Demenzkranken weltweit alle 20 Jahre nahezu verdoppeln. Für 2010 gehen die Experten von 35,6 Millionen Betroffenen aus. 2030 wird es demnach schätzungsweise 65,7 Millionen und 2050 rund 115 Millionen geben.

In Deutschland leiden derzeit laut Schätzungen rund 1,2 Millionen Menschen an Demenz. Die Zahl der Neuerkrankungen liegt bei rund 200.000 pro Jahr. Ohne wirksame Medikamente könne sich diese Zahl bis 2050 verdoppeln. © kna/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
3.618 News Ausland

Nachrichten zum Thema

29.08.14
Pflege-Studie: Demenz in Krankenhäusern immer größeres Problem
Köln – Deutschlands Kliniken müssen umdenken. „Menschen mit Demenz sind keine Randerscheinung mehr im Krankenhaus“, heißt es in dem am Freitag in Köln veröffentlichten „Pflege-Thermometer“ des...
28.08.14
Warum Schlafmangel zum Morbus Alzheimer führen kann
Nijmegen – Schlafmangel stört die Entsorgung von Beta-Amyloiden aus dem Gehirn. Der Effekt war in einer randomisierten Studie in JAMA Neurology (2014; 71: 971-977) bei gesunden Probanden nachweisbar:...
18.08.14
Chicago/Exeter – Bislang wurde der Morbus Alzheimer vor allem mit genetischen Risikofaktoren in Verbindung gebracht. US-amerikanische und britische Forscher konnten jetzt aber in Nature Neuroscience...
07.08.14
Studie sieht Vitamin D-Mangel als Demenzrisiko
Exeter – Senioren mit niedrigen Vitamin D-Konzentrationen hatten in einer prospektiven Beobachtungsstudie in Neurology (Online) ein zweifach erhöhtes Risiko, an einer Demenz oder einem Morbus...
06.08.14
München – Der Sozialverband VdK fordert von der Staatsregierung eine Betreuungsoffensive für die unaufhaltsam steigende Zahl der dementen alten Menschen in Bayern. Die Verbandsvorsitzende und frühere...
15.07.14
London – Rund ein Drittel aller Alzheimer-Erkrankungen könnte durch modifizierbare Risikofaktoren verursacht werden. Forscher um Sam Norton vom King´s College London berichten in Lancet Neurology über...
14.07.14
Witten – Die Pflege von Menschen mit Demenz ist in einem Heim nahezu doppelt so teuer wie die Pflege zu Hause. Das berichten Gesundheitsökonomen der Universität Witten/Herdecke nach einer Untersuchung...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in