Medizin

Akutes Koronarsyndrom: Schnellere Ausschlussdiagnose mit CT-Angiografie

Freitag, 13. April 2012

Philadelphia – Die meisten Patienten, die sich mit Verdacht auf ein akutes Koronar­syndrom (ACS) in der Notfallambulanz vorstellen, haben nur eine geringgradige Koronarstenose. In einer randomisierten klinischen Studie im New England Journal of Medicine (2012; 366: 1393-1403) beschleunigte eine koronare computertomographische Angiographie (CCTA) den Ausschluss eines ACS.

Moderne 64-Zeilen Computertomographen können die Koronargefäße des Herzens recht gut darstellen. Relevante Stenosen werden in der Regel erkannt. Da die koronare computertomographische Angiographie (CCTA oder Koronar-CT) im Gegensatz zur Koronarangiographie mit dem Herzkatheter nicht invasiv ist, kommt sie zum Ausschluss einer ACS (Herzinfarkt oder instabile Angina) infrage. Fünf US-Zentren haben die neue Technologie in einer randomisierten klinischen Studie mit dem traditionellen Vorgehen an 1.370 Patienten verglichen.

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Von den 908 Patienten, bei denen ein CCTA in die Diagnostik eingebunden war, wurde bei 640 ein ACS ausgeschlossen. Wie Harold Litt von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia und Mitarbeiter berichten, wurde in keinem Fall ein Herzinfarkt übersehen.

Knapp die Hälfte der Patienten konnte aus der Notfallambulanz entlassen werden, was bei der traditionellen Ausschlussdiagnostik nur bei jedem vierten der Fall war (49,6 versus 22,7 Prozent). Auch die Liegezeiten im Krankenhaus wurden verkürzt (18,0 versus 24,8 Stunden) und die Zahl der Diagnosen einer koronaren Herzkrankheit wurde erhöht (9,0 versus 3,5 Prozent).

Ein wesentlicher Nachteil des CCTA ist das hohe Strahlenrisiko für die Patienten. Es konnte laut Litt jedoch durch technologische Verbesserungen inzwischen soweit gesenkt werden, dass die Patienten weniger belastet werden als bei einer Myokardszintigraphie. Der zweite Nachteil sind die hohen Kosten. Litt hofft, dass die Vermeidung von Hospitalisierungen und deren Verkürzung die Kosteneffektivität verbessern. Berechnungen hierzu fehlen aber noch. © rme/aerzteblatt.de

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