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Hilfswerke fordern 1,2 Milliarden Euro mehr für Entwicklungshilfe

Dienstag, 17. April 2012

Berlin – Die Hilfswerke Welthungerhilfe und terre des hommes haben die Bundes­regierung dazu aufgerufen, ein einheitliches Konzept zur Entwicklungspolitik vorzulegen. „Sollte es der Entwicklungspolitik nicht gelingen, Antworten auf die neuen globalen Herausforderungen zu finden, läuft sie Gefahr, mehr und mehr an Bedeutung zu verlieren“, heißt es in dem 20. Bericht zur Wirklichkeit der Entwicklungspolitik, den die beiden Organisationen heute in Berlin vorgestellt haben.

Die Kritik der Hilfswerke fokussiert darauf, dass die deutsche Entwicklungspolitik mit einer Serie isolierter Konzepte auf die globalen Herausforderungen reagiere, die dieser nicht gerecht werde. Auch müssten die einzelnen Ministerien ihre Interessenkonflikte überwinden und sich besser miteinander abstimmen.

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„Vom Bundesentwicklungsministerium verabschiedete Leitlinien sollten nicht nur für einzelne Projekte, sondern auch ressortübergreifend Gültigkeit haben. Nur dann wird es eine kohärente Entwicklungspolitik geben, die die beabsichtigten Wirkungen erzielt“, sagte der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Wolfgang Jamann.

„Die Neuausrichtung der Entwicklungspolitik erfordert aber auch neue Entwicklungsziele, die auf die globalen Veränderungen und Herausforderungen besser reagieren, als es die bisherigen Entwicklungsziele tun“, erklärte die Vorstandsvorsitzende von terre des hommes. Danuta Sacher. Sie müssten auf globale Nachhaltigkeit zielen und für alle Länder verbindlich sein, und sie müssten sich an den Lebenschancen der benachteiligten Bevölkerungsgruppen orientieren und nicht an nationalen Durchschnittswerten wie dem Pro-Kopf-Verdienst.

Welthungerhilfe und terre des hommes rufen die Bundesregierung in ihrem Bericht dazu auf, im Entwurf für den Bundeshaushalt 2013 die von der Mehrheit der Abgeordneten unterstützte Erhöhung der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe um mindestens 1,2 Milliarden Euro in die Tat umzusetzen.

Zudem solle die Bundesregierung die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, zunächst für die Länder der Euro-Zone, aktiv vorantreiben und sicherstellen, dass mindestens 50 Prozent der Erlöse für Entwicklungs- und Klimaschutzzwecke verwendet werden können. © fos/aerzteblatt.de

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