Ärzteschaft

Neue MS-Leitlinie online erschienen

Mittwoch, 18. April 2012

Berlin – Eine neue Leitlinie für die multiple Sklerose (MS) ist online erschienen. Erstellt haben sie Ärzte und Wissenschaftler des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). Die Leitlinie ist auf S2e-Niveau, die Autoren haben im Vorfeld wissenschaftliche Publikationen und Studien systematisch recherchiert und eingeordnet. „Wir freuen uns sehr, niedergelassenen Neurologen und Hausärzten diese detaillierten Hinweise zur MS-Diagnose und Therapie an die Hand geben zu können“, sagte der erste Vorsitzender der DGN, Wolfgang Oertel.

Die neue Leitlinie greift die revidierten Diagnosekriterien nach McDonald auf und erörtert die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten in Schub-, Basis- und Eskalationstherapie. Dazu haben die Autoren ein neues Stufenschema entwickelt. Alle aktuell verfügbaren MS-Therapeutika werden vorgestellt und konkrete Anwendungshinweise für die Praxis gegeben. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit Therapie in Spezialsituationen wie Schwangerschaft oder bei Neuromyelitis optica, einer Sonderform der MS. Erstmals umfasst die Leitlinie auch die symptomatische Therapie.

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Laut der DGN hat die MS-Forschung in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht, vor allem im therapeutischen Bereich. So sei seit letztem Frühjahr das erste orale MS-Medikament auf dem Markt. 2013 werde voraussichtlich noch eine Tablette die Zulassungshürde der Europäischen Arzneimittelagentur nehmen.

Weitere Medikamente seien in der Pipeline. „So erfreulich diese Entwicklung auch ist, umso wichtiger wird es, Handlungsempfehlungen für unsere niedergelassenen Kollegen auszusprechen, da die neuen Wirkstoffe auch Therapierisiken mit sich bringen“, sagte Ralf Gold, Vorstandsmitglied des KKNMS und der DGN, der die Arbeitsgruppe Leitlinie koordiniert hat. © hil/aerzteblatt.de

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thomas.steuber
am Donnerstag, 19. April 2012, 21:44

Unerfreulich

Eine "Freude über enorme Fortschritte" in der Erforschung und Therapie der sogenannten Multiplen Sklerose überkommt mich nicht gerade, wenn ich den Stand der Wissenschaft unter ihrem Anspruch subsummiere.
Die Identifizierung einer Unbekannten lässt sich nicht dadurch herbeiführen, dem Phänomen ein Pseudonym zuzuteilen. Ihre Kollateralerscheinungen aus Ermangelung des "besseren Wissens" zur causa zu erheben. Ineffiziente Medikamente mit Hilfe relativer Betrachtung zur Basistherapie zu qualifizieren.
Mich stimmt dies alles eher traurig und zeigt die Hilflosigkeit im Umgang mit einer seit (vielen) Jahrzehnten bemerkten Geissel.
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