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Koffein erhöht Tränenproduktion

Mittwoch, 18. April 2012

Tokio – Koffein kann die Tränenproduktion erhöhen. Die Wirkung war in einer Doppelblindstudie in Ophthalmology (2012; doi: 10.1016/j.ophtha.2011.11.033) von bestimmen Genvarianten abhängig. Die American Academy of Ophthalmology sieht eine mögliche Anwendung beim Syndrom des trockenen Auges, was allerdings noch in Studien geklärt werden müsste.

Anlass für die Studie war die Beobachtung, dass starke Koffeinkonsumenten seltener über trockene Augen klagen als Abstinenzler. Reiko Arita von der Universität Tokio und Mitarbeiter haben deshalb 78 gesunde Probanden für sechs Tage mit Kapseln behandelt, die entweder Koffein enthielten oder ein Placebo waren.

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Die Koffeindosis betrug 5 bis 7 mg/kg Körpergewicht (entspricht etwa 3 bis 5 Tassen Filterkaffee). Danach wurde die Höhe des Tränenmeniskus am Unterlid bestimmt, der ein verlässliches Maß der Tränenproduktion ist. Die Forscher führten außerdem Gentests zu Varianten im ADORA2A- und im CYP1A2-Gen durch. ADORA2A kodiert den Adenosin A2a-Rezeptor, über den Koffein seine (blockierende) Wirkung) entfaltet. CYP1A2 enthält die genetische Information zum Cytochrom P450-Enzym 1A2, das Koffein in der Leber metabolisiert.

Laut den jetzt veröffentlichten Ergebnissen ist Koffein tatsächlich in der Lage, die Tränenproduktion zu erhöhen, wobei die Wirkung durch Varianten in den beiden Genen beeinflusst wird. Ob das Genussmittel sich zum Pharmakon eignet, lässt sich aus der kleinen Studie an gesunden Probanden natürlich nicht ablesen.

Bei Patienten, die Kaffee oder Tee vertragen, spricht jedenfalls nichts gegen einen Therapieversuch (bitte in oraler Form und nicht etwa als Augentropfen). Die American Academy of Ophthalmology macht jedoch darauf aufmerksam, dass die Keratokonjunktivitis sicca wegen der möglichen Schädigung der Hornhaut eine ernstzunehmende Erkrankung ist und deshalb augenärztlich betreut werden sollte. © rme/aerzteblatt.de

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