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360 Opiata­bhängige in diamorphin­gestützter Substitutions­behandlung

Freitag, 20. April 2012

Berlin – Die Bundesregierung will weder die betäubungsmittelrechtlichen Regelungen zur Substitution Opiatabhängiger noch die ärztlichen Mitgabemöglichkeiten von Substitu­tionsmitteln ändern. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen hervor (Drucksachen-Nummer 17/9114).

Gemäß den Ergebnissen der sogenannten IMPROVE-Studie hätten die darin befragten substituierenden Ärzte erhebliche Bedenken in Bezug auf Missbrauch und unerlaubte Weitergabe der Substitutionsmedikamente durch ihre Patienten, schreibt die Bundesregierung; 49 Prozent der Ärzte hätten dies als erhebliches, weitere 17 Prozent als besonders schwerwiegendes Problem eingestuft. Dies mache deutlich, dass die für die Substitutionstherapie relevanten betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften einzuhalten seien.

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Die Grünen hatten kritisiert, dass seit der im Jahr 2009 in die Regelversorgung übernommenen diamorphingestützten Behandlung Opiatabhängiger keine weiteren Einrichtungen für diese Behandlung hinzugekommen seien. Zudem stagniere die Zahl der aktiv tätigen Substitutionsärzte, während die Zahl der Substitutionspatienten gestiegen sei.

Die Bundesregierung wies hingegen darauf hin, dass alle ehemaligen Standorte des Modellprojekts zur diamorphingestützten Substitution in die Regelversorgung überführt worden seien. Zurzeit befänden sich insgesamt 360 Patienten in einer Substitutionsbehandlung.

Die Regierung machte deutlich, dass der Behandlungsplan in erster Linie auf die schrittweise Herstellung der Betäubungsmittelabstinenz ausgerichtet sein solle, „auch wenn in der Praxis eine dauerhafte Abstinenz nur bei einer geringen Zahl von Patienten erreicht werden kann“.

Die Grünen hatten zuvor die sogenannte PREMOS-Studie zitiert, der zufolge 85 Prozent der als abstinent klassifizierten Patienten nach sechs Jahren wieder in einer Substitutionstherapie waren und gefragt, ob das Abstinenzziel daher nicht gestrichen werden solle. © fos/aerzteblatt.de

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