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Koalition plant Finanzspritze für Krankenhäuser

Sonntag, 22. April 2012

Berlin – Die Koalition will die Krankenhäuser stärker entlasten. Den Kliniken soll ein guter Teil der Lasten aus den jüngsten Lohnrunden abgenommen werde, wie der gesund­heits­politische Sprecher der Union, Jens Spahn (CDU) am Sonntag sagte. Medienberichten zufolge geht es um mindestens 350 Millionen Euro. Die Krankenkassen reagierten empört.

Der Tageszeitung Die Welt zufolge plant die Union auch die Einführung einer neuen Finanzierungsgrundlage für Krankenhäuser im Jahr 2013. Um die Kliniken daran zu hindern, aus finanziellen Gründen mehr Behandlungen durchzuführen als nötig, solle es eine Art Kostenbremse geben. Mit den Hilfen sei noch in diesem Jahr zu rechnen.

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Der FDP-Gesundheitspolitiker Heinz Lanfermann sagte der Zeitung, er erwarte weitgehende Übereinstimmung mit der Union, es sei aber etwas voreilig, konkrete Zahlen zu nennen.

Kritik von den Krankenkassen
Der Vorstand des AOK-Bundesverbandes, Uwe Deh, warf den Krankenhäusern dagegen vor, sie redeten eine Notsituation herbei, die es nicht gebe. „Es wäre falsch, wenn die Politik auf solche Appelle einginge“, sagte Deh der Welt. Union und FDP dürften nicht auf die Forderung hereinfallen, dass alle Kliniken schwarze Zahlen schreiben müssten. „Das würde bedeuten, dass wir schlechtes Management und Überkapazitäten teuer alimentieren“, warnte er.

Auch der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) rügte die Pläne. Durch zusätzliche Zahlungen würden nur die „verkrusteten Strukturen“ in den Kliniken stabilisiert, sagte Verbandssprecher Florian Lanz. Im Interesse einer modernen und wirtschaftlichen Versorgung der Patienten sollten sie jedoch endlich aufgebrochen werden, forderte er. Bereits heute fließe „jeder dritte Euro aus den Portemonnaies der Beitragszahler in die Kassen der Kliniken.“ © dapd/aerzteblatt.de

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unger
am Dienstag, 24. April 2012, 16:18

Entbürokratisierung

Z.B. indem wir die Kassen-, MDK- und KV-Bürokratie auf ein Mimimum reduzieren. Wissen Sie vieviel Geld der Vorstandchef einer der ungezählten Krankenkassen oder einer Ihrer KV-Fürsten verdient, das sind alles Gelder, die in der Patientenversorgung fehlen!
prister
am Dienstag, 24. April 2012, 11:06

und die niedergelassenen Ärzte?

Und wie sollen wir die neuen Gehälter des Personals finanzieren?
Ich bekomme seit ZEHN Jahren das gleiche Honorar für die gleiche Fallzahl.
Rechnen Sie mal nach..........

Z.Prister
Papierlose Hausarztpraxis
www.prister.de
unger
am Montag, 23. April 2012, 13:27

Realitätsfern!

Die Stellungnahme der GKV belegt wieder einmal, wie wenig man die Realität in den Krankenhäusern kennt. Ziel der Gesundheitspolitik darf es nicht sein, dass die Krankenkassen wie jüngst ein Milliardenplus machen, um weiter in ihre Immobilien zu investieren. Krankenkassen sind kein Selbstzweck, sie sind für die Versicherten und deren fachgerechte Versorgung verantwortlich, nicht umgekehrt! Das wird in dieser abwegigen Diskussion oft übersehen.

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