Politik

Qualität der Pflege hat sich verbessert

Dienstag, 24. April 2012

Berlin – „Die Qualität der Pflege hat sich positiv entwickelt. Die Pflegebedürftigen werden heute besser versorgt also noch vor einigen Jahren.“ Das sagte der Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, Gernot Kiefer, heute bei der Präsentation des 3. Berichts zur Pflegequalität des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) in Berlin. Die Qualität in den Pflegeheimen habe sich zum Beispiel im Bereich der Hygiene sowie bei der Ernährung und im Umgang mit Demenzkranken im Vergleich zum letzten Bericht aus dem Jahr 2007 verbessert.

So geht aus dem aktuellen Bericht hervor, dass 80 Prozent der Heimbewohner, die beim Essen und Trinken Unterstützung benötigen, diese Unterstützung auch erhalten haben. 2007 waren es 64 Prozent. 76 Prozent der an einer Demenz erkrankten Heimbewohner erhielten zudem geeignete Angebote zur Bewegung, Wahrnehmung und Kommunikation – vor drei Jahren waren es 67 Prozent. In anderen Bereich gab es jedoch keine Verbesserung: So erhielten nach wie vor etwa 60 Prozent der Heimbewohner mit einem Dekubitusrisiko die erforderliche Prophylaxe, zum Beispiel durch Lagerungswechsel. 

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Der Bericht zeige, dass die Anstrengungen der Einrichtungen, ihr internes Qualitätsmanagement weiterzuentwickeln, Früchte tragen, erklärte MDS-Geschäftsführer Peter Pick. Das verdiene Anerkennung. Die Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen sei jedoch nach wie vor unterschiedlich. Über diese Unterschiede müsse Transparenz hergestellt werden. Ein Verzicht auf die Pflegetransparenz wäre daher absolut kontraproduktiv.

„Die Mehrheit der Pflegebedürftigen wird nach den anerkannten Prozessstandards einer guten Pflege versorgt“, betonte Pick. 20 bis 40 Prozent der Pflegebedürftigen würden in zentralen Versorgungsbereichen jedoch nicht entsprechend dieses Standards betreut. „Dadurch entstehen Risiken, die zu einer defizitären Versorgung führen können“, so Pick. Das müssten die Pflegeeinrichtungen ändern.

Expertenstandards verbessern Qualität
Der Bericht zeige eine Korrelation zwischen guten Arbeitsabläufen in den Heimen und einer guten Pflegequalität, sagte Kiefer: Pflegeheime mit einer guten Prozesssteuerung wiesen eine bessere Qualität der Pflege auf. Zudem sei dort, wo Expertenstandards angewandt würden, in denen der aktuelle Wissenstand zu wesentlichen Themen in der Pflege zusammengefasst ist, auch die Qualität der Versorgung besser gewesen, so Kiefer. „Wir fordern deshalb, dass ein solcher Expertenstandard in allen Einrichtungen angewandt wird.“  

Zum ersten Mal wurden in Pflege-Qualitätsbericht auch epidemiologische Daten erhoben: So leiden 61 Prozent der untersuchten Bewohner von Pflegeheimen sowie 28 Prozent der von einem ambulanten Pflegedienst versorgten Pflegebedürftigen unter einer Demenz oder einer anderen gerontopsychiatrischen Krankheit. 31 Prozent der Heimbewohner leiden an chronischen Schmerzen, 66 Prozent erhalten eine Inkontinenzversorgung, 9 Prozent verloren mehr als zehn Prozent ihres Gewichtes in sechs Monaten und 4 Prozent leiden an einem Dekubitus.

Insgesamt wurden mit 8.101 Heimen etwa 80 Prozent aller in Deutschland zugelassenen Pflegeheime geprüft sowie mit 7.782 Pflegediensten etwa 60 Prozent der in Deutschland tätigen ambulanten Pflegedienste. Auf diese Weise wurde die Versorgungssituation von 62.000 Bewohnern von Pflegeheimen und 44.900 in ihrem häuslichen Umfeld betreuten Pflegebedürftigen untersucht. © fos/aerzteblatt.de

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