6.758 News Politik

Politik

CDU will Entschädigungsfonds einrichten

Dienstag, 24. April 2012

Berlin –­ Gesundheitsexperten der Union haben sich auf weitere Inhalte eines Patienten­rechtegesetzes verständigt und wollen damit den im Januar dieses Jahres vorgelegten Gesetzentwurf des Gesundheits- und des Justizministeriums erweitern. „Wir werden die Einrichtung einer Stiftung prüfen, die Betroffenen in Härtefällen schnell und unbüro­kratisch Hilfe zukommen lässt“, heißt es in einem überarbeiteten Positionspapier der AG Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. In den Gesetzentwurf war die Einrichtung eines Entschädigungsfonds ausdrücklich nicht aufgenommen worden.

Betroffene sollen der AG Gesundheit zufolge auch dann einen Zuschuss bei der Stiftung beantragen können, wenn „Ärztefehler wahrscheinlich, jedoch letztendlich nicht gerichtsfest nachweisbar sind. Diese Hilfe würde somit nicht auf einem Rechtsanspruch beruhen.“ Patienten sollen ebenfalls eine Entschädigung erhalten, wenn Ärztefehler nachgewiesen seien, die Verursacherfrage jedoch nicht eindeutig geklärt werden könne. Hier sei es in der Vergangenheit zu langen Streitfällen zwischen den einzelnen Haftpflichtversicherungen gekommen.

Anzeige

Die AG Gesundheit, der der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jens Spahn, vorsteht, forderte zudem, Versicherungen dazu zu verpflichten, jede Kündigung oder Änderung der Berufshaftpflichtversicherung eines Arztes der zuständigen Ärztekammer anzuzeigen. Dies sei erforderlich, weil Ärzte ihre Berufshaftpflicht derzeit nur mit der Anmeldung gegenüber der Ärztekammer nachweisen müssten. Bei einer nicht ausreichenden Haftpflichtversicherung sollen die Kammern das Recht erhalten, berufsrechtliche Konsequenzen zu ziehen.

Zudem fordern die Gesundheitspolitiker der Union ein Verbot von kosmetischer Chirurgie an Minderjährigen, die keine medizinische Grundlage hat. Darüber hinaus wollen sie den Begriff „Kosmetische Chirurgie“ schützen, um Verbraucher vor nicht qualifizierter Behandlung durch nicht entsprechend weitergebildete Ärzte zu bewahren.

In dem Gesetzentwurf zum Patientenrechtegesetz ist vorgesehen, dass der Arzt seinen Patienten schriftlich darüber informieren muss, wenn er weiß, dass die Behandlungskosten nicht vollständig übernommen werden. Die AG Gesundheit der Union fordert nun, dass der behandelnde Arzt seinen Patienten persönlich darüber aufklären soll. Zudem soll in der Vereinbarung aufgeführt werden, wenn es sich um medizinisch nicht notwendige Leistungen handelt, zum Beispiel kosmetische Operationen.

Der Gesetzentwurf sieht zudem vor, dass Patienten in der Regel eine Abschrift ihrer Patientenakte von ihrem Arzt verlangen dürfen. Die AG Gesundheit fordert nun, dass dem Patient auf Wunsch seine Akte auch in Form einer elektronischen Kopie zur Verfügung gestellt werden soll. „Es ist jedoch zu gewährleisten, dass Ärzte auch weiterhin subjektive Eindrücke, die in der Patientenakte vermerkt sind, nicht weitergeben müssen“, heißt es in dem Positionspapier. © fos/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
6.758 News Politik

Nachrichten zum Thema

07.05.13
Patienten­beauftragte: Zu viel Bürokratie in der Gesundheits­versorgung
Düsseldorf – Knapp 600 Ratsuchende haben sich von Mai bis Dezember 2012 an das Büro der Patientenbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) gewandt. Auf die Internetseiten der...
05.03.13
Hamburg – Unzufrieden mit dem neuen Patientenrechtegesetz sind die niedergelassenen Chirurgen in Deutschland. Der Grund dafür sind neue bürokratische Auflagen: Künftig ist der Arzt per Gesetz unter...
26.02.13
Karlsruhe/Berlin – Das Bundesverfassungsgericht hat die Rechte eines Herzpatienten gestärkt, der von einem Transplantationszentrum allein wegen fehlender Deutschkenntnisse nicht auf die Warteliste für...
01.02.13
Patienten­rechtegesetz gebilligt
Berlin – Patienten sollen künftig ihre Rechte gegenüber Ärzten leichter durchsetzten können. Dazu billigte der Bundesrat am Freitag das neue Patientenrechtegesetz. Mit ihm werden die bislang im...
25.01.13
Essen – Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU), drängt weiter auf einen Fonds, um die Opfer von Arztfehlern zu entschädigen. „Wir brauchen einen Härtefallfonds für die...
29.11.12
Patienten­rechtegesetz ist verabschiedet
Berlin – Die Koalition kann hinter ein Vorhaben, auf das sie sich in ihrem Koalitionsvertrag verständigt hatte, einen Haken setzen: Der Bundestag hat heute das Patientenrechtegesetz verabschiedet. SPD...
22.11.12
Härtefallfonds für die Opfer von Behandlungsfehlern entfällt
Berlin – Das neue Patientenrechtegesetz wird in der kommenden Woche ohne das Konzept eines Härtefallfonds für Opfer ärztlicher Behandlungsfehler in den Bundestag kommen. „Ein solches Instrument „würde...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Thelber
am Mittwoch, 25. April 2012, 00:07

Unsere Politik schützt die Bevölkerung - na vor wem denn ???

Vor den Tattoo- & Piercingstudios vielleicht ? Nein, das scheint nicht nötig zu sein .....

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in