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Prostatakarzinom: Roboter verbessert Operationsergebnisse

Mittwoch, 25. April 2012

Detroit – US-Urologen führen die Mehrzahl aller Prostatektomien heute minimal-invasiv mit Unterstützung eines Roboters durch. Eine Studie in European Urology (2012; 61; 679-685) dokumentiert einen geringeren Blutverlust und ein niedrigeres Komplikationsrisiko.

Bei der roboter-assistierten radikalen Prostatektomie (RARP) steht der Chirurg nicht mehr am Operationstisch. Er sitzt an einer Konsole, von der aus er alle Schritte des minimal-invasiven Eingriffs dirigiert. Gleichzeitig überblickt er den Situs über eine laparoskopische Kamera. Urologen schätzen die präzise Übertragung der Hand- und Fingerbewegungen auf die Operationsinstrumente.

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Auch in Deutschland setzen viele Kliniken die RARP ein. In den USA betrug der Anteil an allen Operationen im Zeitraum zwischen Oktober 2008 und Dezember 2009 bereits über 60 Prozent, und er dürfte seither weiter angestiegen sein.

Als minimal-invasive Operation vermeidet die RARP die lange abdominale Inzision der offenen radikalen Prostatektomie (ORP). Der Blutverlust ist deutlich vermindert. Die Analyse von fast 20.000 Patienten des US-Krankenhausregisters NIS (Nationwide Inpatient Sample) durch Quoc-Dien Trinh von den Henry Ford Health Systems in Detroit zeigt, dass nach RARP nur 2,0 Prozent eine Bluttransfusion benötigten. Nach ORP waren es 7,7 Prozent (Odds Ratio OR 0,34). Es kam auch seltener zu intraoperativen Komplikationen (0,4 vs. 1,0 Prozent, OR: 0,47) und zu postoperativen Komplikationen (8,2 vs. 11,1 Prozent, OR: 0,86). Auch die Zahl der Patienten, die länger als 2 Tage in der Klinik bleiben mussten war, deutlich niedriger (12,9 vs. 39,6 Prozent; OR: 0,28).

Die Datenbank-Analyse kann nicht ganz ausschließen, dass die Chirurgen die RARP bevorzugt bei Patienten mit günstigeren Risiken einsetzen. Doch für Trinh steht die Überlegenheit der RARP fest. Auch für die Kliniken lohnt sich die Investition. Am Henry Ford Health System würden 98 Prozent der Patienten die Klinik innerhalb von 24 Stunden nach der Operation verlassen, verkündet Mani Menon vom dortigen Vattikuti Urology Institute.

Die dortigen Urologen halten die RARP auch langfristig für sicher. In einer früheren Studie hatten sie berichtet, dass das langfristige Komplikationsrisiko niedrig ist und 87 Prozent aller Patienten 5 Jahre nach der Operation noch ohne Rezidiv sind. © rme/aerzteblatt.de

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