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Präimplantations­diagnostik: Erste Schritte in Deutschland

Freitag, 27. April 2012

Köln – ­ In Lübeck kam vor kurzem das erste Kind nach Präimplantationsdiagnostik (PID) zur Welt. Die Mutter berichtet dem Deutschen Ärzteblatt, warum sie und ihr Mann sich für diese Methode entschieden haben: Der Schwangerschaft waren zwei Spätabbrüche und eine Fehlgeburt vorausgegangen. Erst danach hatte man festgestellt, dass die Eltern Träger des seltenen  Desbuquois-Syndroms sind. Schwere Formen dieser Krankheit sind mit einer hohen Sterblichkeit verbunden.

Der für diese PID-verantwortliche Lübecker Gynäkologe und Reproduktionsmediziner, Klaus Diedrich, betont im DÄ-Interview, dass es ihm „überhaupt nicht um das Designerkind geht. Es geht mir einzig und allein darum, Paare, die mit einer genetischen Erkrankung belastet sind, über Möglichkeiten zu beraten, wie sie ihrem Kind einen schrecklichen Leidensweg oder frühen Tod ersparen können.“

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Zurzeit führe sein Team eine heftige Diskussion über den Fall eines Paares, bei dem der Mann durch Chorea Huntington (Veitstanz), belastet sei. Die Krankheit tritt meist jenseits des 40. Lebensjahres auf. Die Entscheidung werde demnächst von der universitären Ethikkommission getroffen. Jeder Fall werde an der Ethikkommission geprüft. „Damit haben wir eine gute Schranke, die den Missbrauch der PID verhindert.“

Die in den Beiträgen geschilderte PID wurde noch vor Inkrafttreten des ersten PID-Gesetzes in Deutschland vorgenommen. Seitdem ist sie wieder verboten, weil die notwendige Rechtsverordnung fehlt. Mit der Rechtslage in Deutschland beschäftigt sich ein weiterer Beitrag im Deutschen Ärzteblatt. Darin wird auch die Haltung der Bundesärztekammer referiert.

Zudem haben zwei Redakteurinnen des Deutschen Ärzteblattes die PID in einem Pro und Contra bewertet. © Kli/aerzteblatt.de

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