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Wirkstoff lindert Autismus bei Mäusen

Donnerstag, 26. April 2012

Bethesda – Ein experimenteller Wirkstoff, der derzeit zur Behandlung des Fragilen-X-Syndrom klinisch erprobt wird, könnte auch bei anderen Formen des Autismus wirksam sein. Bei Mäusen wurden laut einer Studie in Science Translational Medicine (2012; 4: 131ra51) zwei von drei Kernsymptomen gemildert.

Sogenannte BTBR-Mäuse sind ein etabliertes Tiermodell des Autismus. Den Tieren fehlt die Mäusen angeborene Neugier, andere Artgenossen zu beschnuppern, und sie neigen dazu, ihr Fell ständig zu putzen. Forscher deuten dies als zwei der drei Kernsymptome des Autismus, nämlich die fehlende soziale Interaktion und repetitive Verhaltensmuster. Das dritte Kernsymptom, die gestörte Kommunikation, lässt sich im Tierexperiment nicht reproduzieren.

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Beide Kernsymptome verschwanden unter der Therapie mit GRN-529, wie die Gruppe um Jacqueline Crawley vom US-National Institute of Mental Health in Bethesda zeigen kann. Die Tiere begannen sich wieder für ihre Artgenossen zu interessieren. In einem anderen Experiment stellten die Tiere das sinnlose Putzen des Fells ein.

GRN-529 wirkt im Gehirn als Antagonist am metabotropen Glutamatrezeptor Subtyp 5. Der Wirkstoff wird derzeit von der Firma Pfizer an Patienten mit Fragilen-X-Syndrom (FXS) klinisch geprüft. Die metabotropen Glutamatrezeptoren sollen bei der Pathogenese dieser genetischen Erkrankung ebenfalls eine Rolle spielen.

Da etwa 30 Prozent aller Kinder mit FXS einen Autismus zeigen, lag es nahe, die Wirkung von GRN-529 auch bei anderen nicht-erblichen Formen des Autismus zu prüfen. Die Tierexperimente sind hier erst der Beginn.

Doch die positiven Ergebnisse dürften ein starker Anreiz sein, die Einschlusskriterien für die klinische Prüfung von GRN-529 zu erweitern. Wie immer bei Neuentwicklungen lässt sich nicht vorhersagen, ob GRN-529 bei Autismus wirkt, wie auch die klinische Erprobung beim FXS noch nicht abgeschlossen ist. © rme/aerzteblatt.de

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