5.230 News Ärzteschaft

Ärzteschaft

Urologen für Quartalslösung im Praktischen Jahr

Mittwoch, 2. Mai 2012

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen haben sich für eine sogenannte Quartalslösung statt einem Pflichttertial Allgemeinmedizin im Praktischen Jahr (PJ) ausgesprochen. Dieses Modell favorisiert auch die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin.

Hintergrund: Am 11. Mai soll der Bundesrat über die neue Approbationsordnung für Ärzte abstimmen. Nach einem Änderungsantrag aus Nordrhein-Westfalen ging es dabei auch darum, ob das Wahltertial im PJ zugunsten eins Pflichttertials Allgemeinmedizin wegfallen soll. Die Studierenden würden dann im PJ drei Fächer kennenlernen: Innere Medizin, Chirurgie und Allgemeinmedizin.

Anzeige

Die Möglichkeit, ein Fach zu wählen, wäre damit nicht mehr gegeben. Nach erheblichen Protesten von Studierenden und Facharztverbänden ist jetzt die sogenannte Quartals­lösung in der Diskussion. Die Studierenden würden danach künftig vier statt drei Fächer im PJ haben: Innere, Chirurgie und Allgemeinmedizin als Pflichtfächer sowie ein weiteres Fach als Wahlfach.

„Wir plädieren für eine Quartalslösung, wobei wir für zwei frei zu wählende Quartale in ambulanter Medizin eintreten und zwar ohne Pflicht zur Allgemeinmedizin. Das heißt wenn ein Medizinstudent beispielsweise ein Wahlquartal Urologie belegt, kann er das zweite Quartal ambulante Pädiatrie oder ambulante Chirurgie oder Innere Medizin wählen“, so der Präsident der DGU, Stefan Müller.

Der Präsident des Berufsverbands der Deutschen Urologen, Axel Schroeder, betonte, diese Lösung würde den Medizinstudenten die Wahlfreiheit erhalten und ermöglichte den übrigen Fachrichtungen faire Chancen bei der Nachwuchsrekrutierung.

Unterdessen warnte der Hartmannbund den Bundesrat davor, die Reform der Approba­tionsordnung für Ärzte weiter zu verzögern. Neben der Struktur des PJs sei für die Studierenden vor allem Ende des Hammerexamens und die Einführung einer bundesweiten PJ-Mobilität entscheidend.

Eine Entscheidung für ein Pflichttertial Allgemeinmedizin und den damit verbundenen Wegfall der Wahlmöglichkeiten wäre laut dem Hartmannbund „ein Skandal“. „Wir lehnen jegliche Verpflichtung über die bisherigen Pflichtabschnitte hinaus ab, egal ob in einem PJ-Tertial, -Quartal oder im Rahmen von Quotenregelungen“, sagte Kristian Otte, Vorsitzender des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund. © hil/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
5.230 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

14.05.13
Aktionstag für faires praktisches Jahr in Frankfurt
Frankfurt/M. – Zu einem Aktionstag für ein faires praktisches Jahr (PJ) im Medizinstudium ruft die Fachschaft Medizin der Goethe-Uni Frankfurt auf. Am 16. Mai soll ein Infostand ab 12:30 Uhr vor den...
14.05.13
Marburg – Die Philipps-Universität Marburg möchte mit einem speziellen Förderprogramm Medizinstudierende auf die Arbeit als Hausarzt vorbereiten. Die zehn Teilnehmer sind im ersten Semester und...
18.04.13
Berlin - Der Hartmannbund (HB) fordert die deutschen Universitätskliniken und Lehrkrankenhäuser auf, ihre Studierenden im praktischen Jahr (PJ) entsprechend der Möglichkeiten der neuen...
14.03.13
KV Bayerns will Gewicht der Allgemeinmedizin im Studium stärken
München – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns hat die medizinischen Fakultäten aufgefordert, mehr Gewicht auf die Allgemeinmedizin zu legen. „Die Gründe, warum so viele Hausarztsitze...
04.03.13
Berlin – Vor einer Einschränkung der ab April geltenden neuen Mobilität für Medizinstudierende im Praktischen Jahr (PJ) hat die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) gewarnt....
04.03.13
Feldmann: KVen müssen sich um die universitäre Ausbildung des Nachwuchses kümmern
Berlin – Die ärztliche Ausbildung ist nach Überzeugung von Regina Feldmann, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KBV), nicht mehrzeitgemäß. Sie bilde nicht mehr die Versorgungsrealität ab, sagte...
01.02.13
Berlin – 90 Prozent der Medizinstudierenden halten nichts von der vom Bundesrat beschlossenen Deckelung der Aufwandsentschädigung für ein praktisches Jahr (PJ) im Ausland. Das ist das Ergebnis einer...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Andreas Skrziepietz
am Dienstag, 8. Mai 2012, 11:26

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49857

Das habe ich ja auch vorgeschlagen; aber wenn das Wahlfach nur drei Monate dauert, lernen die Studenten zu wenig. Deshalb ist es besser, das PJ um vier Monate zu verlängern.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in