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Medizinstudierende lernen zu wenig über Suchtkrankheiten

Donnerstag, 3. Mai 2012

Göttingen/Berlin – Medizinstudierende lernen in ihrem Studium zu wenig über die Behandlung der Alkohol- und Tabakabhängigkeit. Das berichtet ein Team von Wissenschaftlern der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Universitätsmedizin Göttingen sowie aus Hamburg und London. Die Forscher befragten knapp 20.000 deutsche Medizinstudierende zu ihrer Vorbereitung auf die praktische Tätigkeit.

Es zeigte sich, dass im letzten Studienjahr nur rund 20 Prozent wissen, wie Alkohol- oder Tabakabhängigkeit behandelt wird. Nur sieben Prozent aller Studierenden fühlt sich in der Lage, einen Raucher zu beraten, der Hilfe bei der Tabakentwöhnung sucht. Weit über die Hälfte der Studierenden wünschen sich, im Studium mehr über diese Suchtkrankheiten zu lernen.

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„Ärzte sehen ihre Hauptaufgabe häufig in der Verschreibung von Medikamenten und in der Durchführung diagnostischer und therapeutischer Prozeduren“, sagte der Studienleiter Tobias Raupach von der Universitätsmedizin Göttingen. Das Gespräch mit dem Patienten trete dabei in den Hintergrund, es sei aber das entscheidende Element in der Erkennung von Suchtkrankheiten und sollte in der Medizinerausbildung mehr Gewicht haben.

Die Berliner Charité wies nach der Studie daraufhin, dass sie dies bei der Entwicklung des Modellstudiengangs Medizin berücksichtige. Suchterkrankungen und Suchtprävention seien feste Bestandteile des neuen Curriculums. Zusätzlich zu schon bestehenden Angeboten entwickle die Fakultät derzeit ein Teilcurriculum „Ärztliche Betreuung von Patienten mit Suchterkrankung“.   © hil/aerzteblatt.de

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