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Frauenfußball: Aufwärmtraining beugt Kreuzbandrissen vor

Freitag, 4. Mai 2012

Linköping – Ein neuromuskuläres Aufwärmprogramm hat in einer randomisierten Studie im Britischen Ärzteblatt BMJ (2012; 344: e3042) die Zahl der vorderen Kreuzband­verletzungen im Frauenfußball um zwei Drittel gesenkt. Kreuzbandverletzungen sind im Frauenfußball doppelt so häufig wie bei Männern. Besonders hoch ist die Rate im Jugendfußball. Die Verletzungen betreffen meist das vordere Ligamentum cruciatum anterius, und sie treten typischerweise ohne Einwirkung des Gegners auf. Eine fehlende neuromuskuläre Stabilisierung bei einer unvermittelten Belastung des Knies gilt als möglicher Auslöser.

Markus Waldén von der Universität Linköping in Schweden und Mitarbeiter haben jetzt untersucht, ob ein spezielles Aufwärmprogramm Kreuzbandverletzungen vorbeugen kann. „Knäkontroll“, so der Name des Programms, besteht aus einer Abfolge spezieller Übungen für das Kniegelenk. Die Spieler absolvieren sie, nachdem sie sich für 5 Minuten warm gelaufen haben. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit soll „Knäkontroll“ nicht länger als 15 Minuten in Anspruch nehmen.

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Für die Studie führten 121 Frauenfußballteams aus den schwedischen Ligen für die Altersgruppen unter 18 bis unter 14 Jahre während einer Saison das „Knäkontroll“-Programm vor jedem Training und vor den Spielen durch. 109 weitere Teams waren auf die Kontrollgruppe gelost worden, wo kein neuromuskuläres Aufwärmprogramm durchgeführt wurde.

Am Ende der Saison war es bei 21 Spielerinnen zu einem vorderen Kreuzbandriss gekommen: 14 waren in der Kontrollgruppe, aber nur 7 in den Mannschaften, die das Knäkontroll“-Programm durchgeführt hatten. Das ergibt eine Reduktion der Verletzungsrate um 64 Prozent (Rate Ratio 0,36,95-Prozent-Konfidenzintervall 0,15-0,85). Nach den Berechnungen von Waldén kommt auf 14 Spielerinnen und 1000 Stunden Fußballspiel oder Training eine, der durch das Training eine Verletzung erspart wurde (Number needed to treat).

Interessanterweise traten 5 der 21 Kreuzbandverletzung (allesamt in der Kontrollgruppe) im Training und ohne Einwirkung anderer Spieler auf. © rme/aerzteblatt.de

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