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Viele Demenzkranke medizinisch unzulänglich behandelt

Montag, 7. Mai 2012

Berlin/Wiehl – Die Versorgung von Demenzpatienten haben die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) und die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP) kritisiert. „Die Versorgung von Demenzpatienten wird viel zu oft als rein pflegerisches Problem betrachtet“, sagte der designierte DGPPN-Präsident und Sprecher des Kompetenznetz Degenerative Demenzen, Wolfgang Maier.

Dabei werde übersehen, dass „ein sehr großer Anteil von demenziell erkrankten Menschen unzulänglich medizinisch behandelt wird“, so der Psychiater. Unmittelbare Folgen seien zusätzliche Probleme in der Pflege. Er betonte, demenziell erkrankte Menschen könnten länger selbstbestimmt leben, wenn sie medizinisch adäquat behandelt würden. Wichtig sei, dass das medizinische Versorgungssystem auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt sei.

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„Die Medizin muss zum Patienten kommen. Das bedeutet, dass mehr Hausärzte und vor allem Fachärzte zu den demenziell erkrankten Menschen in die Heime und nach Hause kommen müssen, doch das wird nicht entsprechend honoriert“, so Maier.

Als eine wesentliche Ursache der mangelnden finanziellen Honorierung für Haus- und Fachärzte und der gerontopsychiatrischen Kliniken sieht DGGPP-Präsident Hans Gutzmann die Trennung zwischen Kranken- und Pflegekasse. Betriebswirtschaftlich sei es zurzeit für eine Krankenkasse nicht sinnvoll, eine Behandlung zu bezahlen, deren Nutzen durch die verspätete Pflegebedürftigkeit die Pflegekasse habe. „Deshalb bleibt das medizinisch Notwendige und volkswirtschaftlich Sinnvolle ungetan“, kritisierte Gutzmann. © hil/aerzteblatt.de

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