9.751 News Medizin

Medizin

Testosteronmangel könnte Typ-2-Diabetes begünstigen

Montag, 7. Mai 2012

Edinburgh – Der Testosteronmangel im Alter könnte bei Männern die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes mellitus begünstigen. Darauf deuten tierexperimentelle Studien in Diabetes (2012; 61: 1072-81) hin. Im Alter lässt beim Mann die Testosteronproduktion nach. Bekannt ist auch, dass ein Typ-2-Diabetes mellitus bei Männern häufig mit einer niedrigen Testosteronkonzentration einhergeht. Da es auf Fettzellen Rezeptoren für Androgene gibt, vermuten Endokrinologen seit längerem einen Zusammenhang. Die Richtung der Kausalität war jedoch offen.

Es war durchaus vorstellbar, dass der Testosteronmangel eine Folge der Insulinresistenz ist. Die jetzt vorgestellten Forschungsergebnisse von Kerry McInnes von der Universität Edinburgh und Mitarbeiter deuten in die andere Richtung. AlIe Versuche wurden an gentechnischen Mäusen durchgeführt, die keinen Androgenrezeptor exprimieren. Diese Tiere erkrankten bereits im jungen Alter an einer Insulinresistenz – selbst wenn sie normal ernährt wurden. Eine hyperkalorische Kost beschleunigte die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes mellitus. Die Tiere neigten außerdem zu einer ausgeprägten viszeralen Adipositas.

Anzeige

Den Auslöser vermuten McInnes und Mitarbeiter in dem Adipogen RBP4 (intra-adipose retinol binding protein 4), dessen Anstieg im Serum der Adipositas vorausging. Weitere Experimente zeigten, dass die Aktivierung der Androgenrezeptoren einen Anstieg von RBP4 verhindern konnte.

Im nächsten Schritt wollen die Forscher untersuchen, ob ein Typ-2-Diabetes mellitus auch beim Menschen mit der vermehrten Bildung von RBP4 einhergeht. Ein Vertreter der britischen Stiftung Diabetes UK, die die Studie finanziert hat, betont, dass sich aus der Studie noch keine Indikation, beispielsweise für eine Testosteronsubstitution ableiten lässt.

Die Ergebnisse von tierexperimentellen Studien seien nicht unbedingt auf den Menschen übertragbar. Ein klinischer Einsatz setzt immer Therapiestudien voraus, die Vor- und Nachteile einer Therapie gegeneinander abwägen. © rme/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
9.751 News Medizin

Nachrichten zum Thema

13.02.15
„Telemedizin muss die Mauern zwischen den Sektoren überwinden“
Köln – Übertragung der Blutzuckermesswerte vom Gerät auf das Smartphone und von da per Datenexport zum Arzt, Auswertungen und grafische Darstellung der Blutzuckermessreihen und künftig gar die...
12.02.15
Berlin – Die beste Therapie, bei Diabetikern die Potenz zu erhalten und eine beginnende Erektionsstörung zu stoppen, ist eine gute Blutzuckereinstellung. Darauf hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft...
11.02.15
Intelligentes Insulinmolekül wirkt nur bei hohem Blutzucker
Cambridge - US-Forscher haben das Insulinmolekül so verändert, dass es nur bei erhöhten Blutzuckerwerten hormonell aktiv ist. Erste Experimente an Mäusen in den Proceedings of the National Academy of...
10.02.15
DAK-Versor­gungsprojekt: Glukosemessung ohne regelmäßiges Stechen
Berlin – Die Krankenkasse DAK-Gesundheit will bei der Versorgung ihrer Diabetes mellitus-Patienten ganz neue Wege gehen: Ab Juni testet sie bei etwa 1.000 ihrer Versicherten, die im...
09.02.15
Typ 1-Diabetes für Frauen gefährlicher als für Männer
Brisbane – Frauen verlieren durch einen Typ 1-Diabetes vermutlich mehr Lebensjahre als Männer. Dies kam in einer Meta-Analyse an mehr als 200.000 Diabetikern heraus, die jetzt in Lancet Diabetes &...
06.02.15
Typ 1-Diabetes: Verlust an Artenvielfalt in der Darmflora
Sigrid Knemeyer. Cambridge – Dem Ausbruch eines Typ 1-Diabetes geht eine Veränderung der Darmflora voraus. Dies zeigen erste Ergebnisse einer Langzeitstudie in Cell Host & Microbe (2015; doi:...
05.02.15
Würzburg – Fast elf Prozent der Diabetiker erleiden gemäß einer neuen Studie Polyneuropathien nach einer erfolgreichen Blutzuckersenkung – also schmerzhafte Nervenschäden. Das Risiko scheint umso...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in