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Stiftungsrat der DSO zieht Konsequenzen aus Kritik

Donnerstag, 10. Mai 2012

Frankfurt – In der  Deutschen Stiftung Organtrans­plantation (DSO), die bundesweit die postmortale  Organspende koordiniert, müssen Transparenz, Führungs- und Organisationskultur verbessert werden. Zu diesem Schluss kommt der Stiftungsrat der DSO, der mit einem Eckpunktepapier für ein ganzes Bündel von Maßnahmen auf die anhaltende Kritik der vergangenen Monate reagierte.

Die öffentlichen Diskussionen über die DSO waren ausgelöst worden durch einen anonymen, offenen Brief von DSO-Mitarbeitern im Oktober  letzten Jahres, der an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), die zuständigen Landesministerien, den Fachbeirat und den Stiftungsrat adressiert war. Im Zentrum der Kritik standen der medizinische und der  kaufmännische Vorstand der DSO, Günter Kirste und Thomas Beck.

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Ihnen wurde Vetternwirtschaft und ein teilweise unangemessener Umgang mit Krankenkassengeldern vorgeworfen, aus denen sich die DSO finanziert. Außerdem mangele es an Strategien und Konzepten, um die Rate der postmortalen Organspenden zu erhöhen, und an der Bereitschaft, solche Konzepte im Zusammenwirken mit den Mitarbeitern zu entwickeln.

Nachdem ein externes Wirtschaftsprüfungsunternehmen zwar kein strafrechtlich relevantes Verhalten und keine persönliche Bereicherung des Vorstands, wohl aber einen Verstoß  gegen die Geschäftsordnung der DSO bei den Ausgaben festgestellt hatte, kündigte der Stiftungsratsvorsitzende Wolf-Otto Bechstein von der Universitätsklinik Frankfurt Strukturveränderungen in der DSO an.

Nun hat der Stiftungsrat „Eckpunkte für einen „Masterplan für die weitere Entwicklung der DSO“, vorgelegt, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Danach soll die Satzung der DSO im Hinblick auf mögliche Veränderungen in der Zusammensetzung des Stiftungsrats geprüft werden.

Unter anderem wird diskutiert, einen Vertreter des BMG in den Stiftungsrat aufzunehmen. Zu prüfen seien Änderungen bei der Berichtspflicht des Vorstands gegenüber dem Stiftungsrat, Kompetenzen des Vorstands und die Regelungen zur Zusammenarbeit und mit den Geschäftsführenden Ärzten. Die Führungs- und Organisationskultur der DSO solle verbessert werden, unter anderem durch professionelle externe Begleitung.

Die Wirtschaftsergebnisse der DSO sollten transparenter dargestellt werden, Querfinanzierungen der Treuhandstiftung „Für’s Leben“ sowie Reise-, Beschaffungs- und Controllingrichtlinien überprüft werden. Außerdem solle ein Gutachten zur Inhousekoordination zügig abgeschlossen und bewertet werden. Der kaufmännische Vorstand der DSO ist inzwischen von seinem Amt zurückgetreten. © nsi/aerzteblatt.de

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