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Stresshypothese: Betablocker schützen nicht vor Darmkrebs

Montag, 14. Mai 2012

Heidelberg – Nach einer verbreiteten, aber unbewiesenen Hypothese soll Stress die Entwicklung von Krebs fördern. Die Einnahme von Beta-Blockern, die die Wirkung des Stresshormons Adrenalin hemmt, hatte in einer Fall-Kontroll-Studie in Cancer (2012; doi: 10.1002/cncr.26727) jedoch keine Auswirkungen auf das Darmkrebsrisiko.

Im Rahmen der Dachs-Studie (Darmkrebs: Chancen der Verhütung durch Screening) wurden zwischen 2003 und 2007 1.762 Patienten mit Kolorektalkarzinom und 1.708 gesunde Kontrollen nach ihren Lebensgewohnheiten befragt. Das Team um Michael Hoffmeister vom Deutschen Krebsforschungsinstitut in Heidelberg erkundigte sich unter anderem auch nach der Einnahme von Betablockern, die zur Behandlung der Hypertonie und bei kardialen Erkrankungen verordnet werden. Betablocker inhibieren bekanntlich die Wirkung des „Stresshormons“ Adrenalin.

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Wenn Adrenalin die Entwicklung von Tumoren fördert, sollte die langfristige Einnahme von Betablocker das Krebsrisiko senken. Doch zumindest beim Kolorektalkarzinom scheint dies nicht der Fall zu sein. Nach Berücksichtigung anderer Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht ermittelte Hoffmeister eine Odds Ratio von 1,05, die bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,86 bis 1,29 nicht auf ein erhöhtes Darmkrebsrisiko hindeutet.

Auch die Analyse von Subklassen wie kardioselektive Betablocker oder der einzelnen Wirkstoffe wie Metoprolol, Bisoprolol, Carvedilol oder Atenolol ergab keinen Hinweis auf eine krebspräventive Wirkung. © rme/aerzteblatt.de

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