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Pharmafirmen wollen Rolle als Gestalter einnehmen

Dienstag, 15. Mai 2012

Berlin – Nach einem Jahr im Amt hat die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (vfa), Birgit Fischer, ein positives Fazit gezogen. Vor Inkrafttreten des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) sei die Pharma­industrie allein auf ihre Produkte fokussiert gewesen, was den Blick auf die Versorgung versperrt habe, so Fischer. Es habe die Attitüde „allein gegen den Rest der Welt“ geherrscht. Nicht mit einer solchen Einstellung, sondern nur mit dem Willen zur Kooperation könne man jedoch die Probleme im Gesundheitswesen lösen.

„Die Unternehmen wollten heraus aus einer reaktiven Politik hin zu mehr Mitgestaltung“, sagte Fischer. Sie verständen sich heute mehr als Teil des Gesundheitsbereichs und nähmen zunehmend eine Rolle als Gestalter ein, zum Beispiel als Vertragspartner bei Verträgen zur Integrierten Versorgung.

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In Bezug auf die ersten Preisverhandlungen neuer Arzneimittel zwischen dem Hersteller und dem GKV-Spitzenverband monierte Fischer, dass das Verfahren wichtiger genommen werde als die Inhalte und Ziele des AMNOG. So reichten formale Fehler aus, um einem neuen Arzneimittel einen geringeren Nutzen zu bescheinigen. „Wenn das so weitergeht, haben wir im Hinblick auf Arzneimittelinnovationen eine schleichende Rationierung“, so die vfa-Geschäftsführerin.

Zurzeit finden Preisverhandlungen zu neun neuen Arzneimitteln in Deutschland statt. Abgeschlossen ist noch keine. Die Verhandlungen zu dem Medikament Brillique mit dem Wirkstoff Ticagrelor, dem ersten Arzneimittel, dem vom Gemeinsamen Bundesausschuss ein Zusatznutzen bescheinigt worden war, haben auch nach vier Verhandlungsterminen zu keinem Ergebnis geführt.

Der vfa setzt sich dafür ein, dass die ausgehandelten Erstattungsbeträge geheim gehalten werden. „Die meisten Länder arbeiten mit einem allgemein bekannten Listenpreis, verhandeln Rabatte und denken nicht daran, diese Verhandlungsergebnisse öffentlich auf den Markt zu tragen“, so Fischer.

So werde auch bei den Rabattverträgen seit Jahren Geld gespart. Der GKV-Spitzen­verband ist jedoch anderer Ansicht. „Wir sehen keinen Grund für Geheimniskrämerei“, sagte Verbandssprecher Florian Lanz gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. „Transparenz ist gut für das System.“ © fos/aerzteblatt.de

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