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Kassenärzte sprechen sich für Pflichtweiterbildung in Praxen aus

Montag, 21. Mai 2012

Nürnberg – Ärztinnen und Ärzte in der fachärztlichen Weiterbildung sollen künftig mindestens sechs Monate ihrer Weiterbildungszeit in den Praxen niedergelassener Ärzte ableisten. Dafür hat sich der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundes­vereini­gung (KBV), Andreas Köhler, bei der Vertreterversammlung seiner Organisation am Montag in Nürnberg ausgesprochen. Die Versammlung fand traditionell im Vorfeld des 115. Deutschen Ärztetags statt, der einen Tag später beginnt.

Aufgrund des medizinischen Fortschritts würden immer mehr Leistungen aus den Krankenhäusern in die Praxen niedergelassener Ärzte verlagert. Da sei es nur folgerichtig, so Köhler, dass auch größere Teile der ärztlichen Weiterbildung dorthin verlagert würden. Außerdem sei dies einer der wichtigsten Schritte, den Nachwuchs an die vertragsärztliche Tätigkeit heranzuführen. Auf diese Weise könnten Ängste vor einer Niederlassung abgebaut und langfristig die Kommunikation zwischen den Sektoren verbessert werden.

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Voraussetzung für die erweiterten Weiterbildungsmöglichkeiten im ambulanten Bereich sei allerdings, dass zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt würden, erklärte der KBV-Vorsitzende. Kritisch hatte sich bereits der Marburger Bund geäußert. Die Klinik­ärzte­gewerkschaft befürchtet, dass durch die Pflicht zur Weiterbildung in der Praxis ein Flaschenhals entsteht.

Zuvor hatte Köhler auf den guten Ruf hingewiesen, den Ärztinnen und Ärzte nach wie vor in der Bevölkerung genießen. In Umfragen zum Berufsprestige stünden sie seit deren Beginn im Jahr 1966 unangefochten auf dem ersten Platz. „Kein medialer Angriff konnte an den guten Umfragewerten etwas ändern“, betonte der KBV-Chef. Das liege unter anderem daran, dass der Arzt nicht nur Fachmann sei, sondern auch eine soziale Funktion ausübe. „Die Patienten schätzen das. Und eine solche Wertschätzung erwarte ich auch von der Politik.“

Um den Beruf für den Nachwuchs attraktiv zu gestalten, gelte es, weiterhin für eine angemessene Vergütung zu kämpfen, sagte Köhler. Ebenso wichtig sei es aber auch, für verlässliche Rahmenbedingungen und einen Abbau von Bürokratie einzutreten. In einer Umfrage unter 11.000 Vertragsärztinnen und -ärzten im Auftrag der KBV hätten viele beklagt, nicht ausreichend Zeit für ihre Patienten zu haben.

Insgesamt, so Köhler, sei die Arbeitszufriedenheit jedoch hoch. Neun von zehn Befragten hätten gesagt, dass ihnen ihre Arbeit Spaß macht und sie diese als sinnvoll empfinden. Acht von zehn würden ihren Beruf wieder ergreifen. Die Mehrheit ist dem KBV-Vorsitzenden zufolge auch mit ihrer wirtschaftlichen Situation zufrieden. © HK/aerzteblatt.de

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