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Mukoviszidose: Salz­wasser-Inhalation bei kleinen Kindern wirkungslos

Dienstag, 22. Mai 2012

Seattle – Was älteren Patienten mit Mukoviszidose häufig Erleichterung verschafft, muss jungen Patienten, die noch nicht dauerhaft unter einer Obstruktion der Atemwege leiden, nicht automatisch nutzen: Die Inhalation mit hypertoner Kochsalzlösung hat in einer randomisierten klinischen Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (2012; doi: 10.1001/jama.2012.5214) die Rate der schweren Atemwegsinfektionen nicht gesenkt. 


Die Störung der Chloridsekretion führt bei der Mukoviszidose zur Bildung zäher Atemwegssekrete, in denen sich Bakterien vermehren. Schon im frühen Alter kommt es bei Patienten mit Mukoviszidose zu rezidivierenden Atemwegsinfektionen. Die Inhalation mit hypertoner Kochsalzlösung soll die Sekrete lösen und das Abhusten erleichtern. Eine frühere Studie des US-National Heart, Lung and Blood Institute (NHLBI) hatte gezeigt, dass die Inhalation bei älteren Patienten tatsächlich die Lungenfunktion verbessert und die Symptome lindert. Die Therapie ist allerdings mühsam. Die Patienten müssen die Inhalationen mehrmals am Tag wiederholen, was vor allem kleinen Kindern schwer fällt.

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In der Infant Study of Inhaled Saline in Cystic Fibrosis (ISIS) hat das NHLBI untersucht, ob die Inhalationen kleinen Kindern, die zwischen den Atemwegserkrankungen beschwerde­frei sind, nutzten. An 30 Zentren wurden insgesamt 321 Kinder im Alter von 4 bis 60 Monaten auf zweimal tägliche Inhalationen mit einer 7-prozentigen hypertonischen oder einer 0,9-prozentigen isotonischen Kochsalzlösung randomisiert. Endpunkt war die Zahl der Exazerbationen von Ateminfektionen, die den Einsatz von Antibiotika erforderlich machten.

Wie Margaret Rosenfeld vom Seattle Children’s Hospital und Mitarbeiter berichten, wurden die Inhalationen von den Kindern zwar gut vertragen. Ein klinischer Vorteil der hypertonischen Lösungen war am Ende von 48 Therapiewochen jedoch nicht erkennbar. In beiden Gruppen kam es zu 2,3 Exazerbationen pro Jahr. Auch in anderen Endpunkten wie Husten, Atemfrequenz, Körpergröße und Gewicht gab es keine Unterschiede. Körpergröße und Gewicht sind ein empfindliches Maß für die Wachstumsstörungen, zu denen es bei der Mukoviszidose infolge der erschwerten Atmung häufig kommt.

Auch wenn die Studie nicht ausschließt, dass die Inhalationen dem einen oder anderen Kind nutzen, sollte aus Sicht der Autoren die Therapie den Kindern nicht unnötigerweise aufgezwungen werden. © rme/aerzteblatt.de

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