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Hyperurikämie: Schock unter Adenuric

Dienstag, 22. Mai 2012

Berlin – Unter der Therapie mit dem Gichtmedikament Adenuric® (Wirkstoff: Febuxostat) kann es zu schweren Hypersensitivitätsreaktionen kommen. Darauf macht der Hersteller jetzt in einem Rote-Hand-Brief aufmerksam. Die Reaktionen, darunter auch das Stevens-Johnson-Syndrom und akute anaphylaktische Reaktionen, traten in den meisten Fällen während des ersten Monats der Therapie mit Febuxostat auf.

Adenuric® wurde 2010 in Deutschland eingeführt. Der Wirkstoff inhibiert wie Allopurinol das Enzym Xanthinoxidase und hemmt dadurch die Bildung von Harnsäure. Für Allopurinol sind anaphylaktische Reaktionen bekannt. Das in den 60er Jahren eingeführte Mittel war in der EuroSCAR-Studie der häufigste Auslöser von schweren Hautreaktionen, zu denen das Stevens-Johnson-Syndrom gehört.

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Diese Reaktionen sind jetzt auch unter der Therapie mit Febuxostat aufgetreten. Bei einigen, aber nicht bei allen Patienten war bereits eine Hypersensitivitätsreaktion unter Allopurinol und/oder eine Nierenerkrankung bekannt.

Der Hersteller fordert die Ärzte auf, ihre Patienten über die Anzeichen und Symptome der Überempfindlichkeitsreaktionen aufzuklären, damit Febuxostat bei ersten Anzeichen oder Symptomen abgesetzt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Das verbessere die Chancen, dass die Patienten die schwere Arzneimittelkomplikation überleben.

Eine Wiederaufnahme der Febuxostatbehandlung zu einem späteren Zeitpunkt ist strikt kontraindiziert. Die Anwendung von Febuxostat ist auf Erwachsene beschränkt, die bereits Ablagerungen von Uratkristallen haben. Dazu zählen Gichtknoten oder eine Gichtarthritis. Ein Anstieg der Harnsäurewerte im Blut allein stellt keine Indikation dar. © rme/aerzteblatt.de

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