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Adipositas kann Hirndruck bei Teenagern erhöhen

Freitag, 25. Mai 2012

Pasadena – Eine Adipositas kann bereits bei Jugendlichen die Entwicklung einer Idiopathischen intrakranielle Hypertension (IIH) begünstigen. Dies zeigen die Daten eines US-Versicherers im Journal of Pediatrics (Online).

Die IIH, besser bekannt unter der irreführenden Bezeichnung Pseudotumor cerebri, war früher sehr selten. Die Erkrankungszahlen sind jedoch in den letzten Jahrzehnten gestiegen, was mit dem wesentlichen Risikofaktor, der Adipositas, zusammenhängen dürfte. Bei den Patienten handelt es sich fast immer um jüngere Frauen (Geschlechterverhältnis 8:1) im Alter von 20 bis 40 Jahren, die stark übergewichtig sind. In dieser Gruppe steigt die Inzidenz auf bis zu 19,3/100.000 Personen (Archives of Neurology 1988; 45: 875-7).

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Typisch für die Patienten ist laut der Deutschen Gesellschaft für Neurologie eine Adipositas permagna, die in relativ kurzer Zeit erworben wurde. Die rasche Gewichtszunahme soll nach einer Hypothese den venösen Abfluss aus den epiduralen Gefäßen behindern und dadurch den Hirndruck steigern. Dies führt häufig zu Kopfschmerzen und zu einer Stauungspupille im Auge. Die am meisten gefürchtete Komplikation ist eine Visusminderung bis zur Erblindung.

Unter den Versicherten der Krankenkasse Kaiser-Permanent aus Kalifornien häufen sich in letzter Zeit auch Fälle von IIH bei Frauen, die noch nicht das Erwachsenenalter erreicht haben. Sonu Brara von der Forschungsabteilung in Pasadena und Mitarbeiter fanden unter 913.178 Versicherten im Alter von 2 bis 19 Jahren 78 Erkrankungen (wobei es sich um die Spitze eines Eisberg handeln könnte, da bei Jugendlichen bei der Differenzialdiagnose von Kopfschmerzen nicht unbedingt an eine IIH gedacht wird).

Bis auf 12 Erkrankungen bei jüngeren Kindern wurden alle Diagnosen in der Altersgruppe von 11 bis 19 Jahren gestellt. Hier fand Brara die gleichen Risikofaktoren wie bei jungen Erwachsenen. Es erkrankten fast nur Mädchen (Odds Ratio 8,33), und das Risiko stieg mit dem Körpergewicht: Übergewichtige waren 3,56-fach häufiger erkrankt. Bei der moderaten Adipositas stieg das Risiko um den Faktor 6,45 und bei extremer Adipositas sogar um den Faktor 16,14.

Brara fordert die Ärzte auf, bei extrem adipösen Jugendlichen an die Möglichkeit einer IIH zu denken. Auch Tetrazykline und Retinoide, die zur Behandlung der Akne eingesetzt werden, werden mit der IIH in Verbindung gebracht. Laut Brara waren 14 der 78 Patienten Tetrazykline behandelt worden. © rme/aerzteblatt.de

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