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Wechsel des Therapiestandards beim fortgeschrittenem malignen Melanom in Sicht

Montag, 4. Juni 2012

Chicago – Künftig sollte bei allen Patienten, bei denen ein malignes Melanom diagnos­tiziert wird, ein Test auf Mutationen im BRAF-Gen gemacht werden. „Aktuelle Studien­daten bestätigen eindrucksvoll, dass bei Patienten mit fortgeschrittenem malignen Melanom die BRAF-Inhibition eine wirksamere Behandlung ist als der Standard Dacarbazin oder Placebo“, sagte Axel Hauschild vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Kiel bei 48. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago.

In der Behandlung von Patienten mit metastasiertem Melanom beginne eine neue Ära. Folgerichtig werde in Deutschland eine genetische Untersuchung auf BRAF-Mutation in die überarbeiteten S3-Leitlinien aufgenommen, die vermutlich im Sommer publiziert würden. Je nach UV-Strahlenexposition der erkrankten Hautareale finden sich bei bis zu 50 Prozent der Melanome ein mutiertes BRAF.

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Hauschild stellte beim ASCO die Ergebnisse der randomisierten Break-3-Phase-III-Studie vor. 250 Patienten mit malignem Melanom (unresezierbares Stadium III oderIV) und nachgewiesener BRAF-Mutation sind im Verhältnis 3:1 in zwei Arme randomisiert worden: Dabrafenib, ein in klinischer Entwicklung befindlicher BRAF-Inhibitor,  150 mg zwei Mal täglich (n= 187) oder Dacarbazin 1000 mg/m2 Körperoberfläche alle drei Wochen (n=63). Bei Fortschreiten der Erkrankung war ein Wechsel von Dacarbazin nach Dabrafenib möglich.

Das mittlere progressionsfreie Überleben (PFS) betrug nach einer durchschnittlichen Beobachtung von 5,9 Monaten unter Standardtherapie 2,7 Monate und unter Dabrafenib 5,1 Monate (HR 0,30; p< 0,0001). Nach Beurteilung durch ein unabhängiges Ärzteteam sprachen 50 Prozent der Patienten auf die Prüfsubstanz an und 6 Prozent auf Dacarbazin.

„Dabrafenib induziert eine signifikante Anti-Tumor-Wirkung und vermindert das Risiko für Progression oder Tod um 70 Prozent“ resümierte Hauschild. Es habe wenig schwere substanzassoziierte unerwünschte Effekte gegeben. Einer der nächsten Schritte zur  Verbesserung der Prognose der Patienten sei, Dabrafenib in Kombination mit einem  ebenfalls in klinischer Entwicklung befindlichen MEK-Inhibitor, Trametinib, zu testen. 

Ebenfalls beim ASCO wurden Daten einer randomisierten Phase-III-Studie mit 322  Patienten vorgestellt, die ein fortgeschrittenes oder metastasiertes Melanom mit BRAF-Mutation hatten. Sie erhielten entweder eine Standardtherapie mit Dacarbazin oder Trametinib, einen MEK-Inhibitor, der denselben Signalweg hemmt wie Dabrafenib, aber auf einer anderen Stufe der Signalkaskade.

Das PFS betrug 4,8 Monate unter Trametinib und 1,5 Monate unter dem Standard. Das Gesamtüberleben (6 Monate) lag bei 81 Prozent unter der Prüfsubstanz und 67 Prozent beim Standard (HR 0,54; p=0,013) . „Das bedeutet ein um 46 Prozent reduziertes Sterblichkeitsrisiko“, erläuterte Studienleiterin Caroline Robert (IGR Paris). © nsi/aerzteblatt.de

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