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Neue Flüchtlinge im Südsudan benötigen dringend Zufluchtsort

Mittwoch, 6. Juni 2012

Juba/Berlin – Das Hilfswerk Ärzte ohne Grenzen hat an das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) appelliert, dringend einen Zufluchtsort für rund 30.000 neuen Flüchtlinge zu bestimmen, die in den vergangenen zwei Wochen vom suda­nesischen Bundesstaat Blue Nile über die Grenze in den südsudanesischen Bundesstaat Upper Nile gekommen sind. „Wir haben es mit einem echten Notfall zu tun“, sagte Patrick Swartenbroekx, Nothilfekoordinator von Ärzte ohne Grenzen.

Täglich überquerten rund 2.000 Menschen die Grenze. Sie benötigten dringend humanitäre Hilfe. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen behandeln die Menschen medizinisch und verteilen 90.000 Liter Wasser am Tag an ihrem vorübergehenden Aufenthaltsort. „Aber die Brunnen werden am Ende dieser Woche leer sein. Danach wird die Situation wirklich kritisch“, sagte Swartenbroekx.

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Im Moment versammelten sich die Neuankömmlinge unter Bäumen an einem Ort namens Rum, berichtet Ärzte ohne Grenzen. Nur wenige hätten Fetzen von Plastikplanen zum Schutz. Seit vergangener Woche versorgt die Hilfsorganisation die Schwerkranken und behandelt 214 Patienten gegen Durchfall und 34 Kinder gegen akute Mangelernährung. „Die Flüchtlinge sind erschöpft und haben sich seit Monaten vor den Kämpfen versteckt. Viele erzählen erschütternde Geschichten über ihre lange Flucht, die mindestens zwei Wochen und für viele wesentlich länger dauerte“, hieß es aus dem Hilfswerk.

Ärzte ohne Grenzen kündigte an, sich um die medizinische Betreuung der Neuan­kömmlinge zu kümmern und für die wenigen Tage, bevor die Wasservorräte in Rum erschöpft sind, eine Wasser-Notversorgung aufbauen. In der Zwischenzeit ruft die Organisation das UNHCR und andere Organisationen auf, für Zehntausende Flüchtlinge einen geeigneten Ort zu finden und umgehend ausreichend Wasser bereitzustellen. © hil/aerzteblatt.de

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