Arbogast: Stiftung Organtransplantation braucht Neuanfang
Freitag, 8. Juni 2012
Berlin – Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) braucht nach den Worten ihres designierten Vorstands Helmut Arbogast einen Neuanfang. „Nach innen brauchen wir weniger Führung durch aktive Kontrolle“, sagte er der Berliner Tageszeitung taz vom Samstag. Die Mitarbeiter der Organspende-Koordinierungsstelle müssten stärker motiviert und wertgeschätzt werden. Zudem brauche die DSO „einen Vorstand mit Vorbildfunktion“, so der bisherige Oberarzt der Chirurgischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität München.
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Arbogast soll Anfang 2013 an die Spitze der DSO wechseln und dort auf Günter Kirste folgen. Die Koordinierungsstelle war wegen Mobbingvorwürfen, bioethischen Grenzverstößen und unangemessene Verwendung von Krankenkassengeldern in die Schlagzeilen geraten. Die DSO koordiniert sämtliche postmortalen Organspenden bundesweit.
In der Zeitung setzt sich Arbogast für die gesetzliche Widerspruchslösung. Nach ihr wird jeder als Organspender eingestuft, sofern er zu Lebzeiten nicht aktiv widersprochen hat. Diese gesetzliche Regelung gilt beispielsweise in Belgien, Finnland, Italien, Luxemburg und Österreich.
In Deutschland sei diese Regelung derzeit „nicht durchsetzbar“, bedauerte Arbogast. In Deutschland werden künftig alle Bürger über 16 Jahre regelmäßig über ihre Organspendebereitschaft befragt. Eine Pflicht, sich zu entscheiden, gibt es aber nicht. Derzeit warten in Deutschland 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. © kna/aerzteblatt.de
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