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Kassen befürchten Wahlgeschenke im Jahr 2013

Freitag, 8. Juni 2012

Motzen – Die gesetzlichen Krankenkassen fürchten das Wahljahr 2013. „Unsere Sorge ist, dass sich hier angesichts der durchaus komfortablen Situation in der Kranken­versicherung die Bereitschaft zur Großzügigkeit bemerkbar macht“, sagte die Vorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, am Freitag im brandenburgischen Motzen. Wer beispielsweise ein Ende der Praxisgebühr fordere, müsse auch erklären, woher die dann fehlenden zwei Milliarden Euro kommen sollen.

Die gesetzlichen Krankenkassen verfügen derzeit über ein Finanzpolster von insgesamt 19,5 Milliarden Euro. Zehn Milliarden haben die Kassen selber angespart und 9,5 Milliarden liegen als Überschuss im Gesundheitsfonds.

Kassen erwarten hohe Mehrausgaben
Dennoch warnte Pfeiffer vor den Finanzrisiken, vor denen die Kassen stünden. Demnach seien wegen steigender Ärztehonorare und Arzneimittelpreise 2012 rund 4,6 Milliarden Euro und 2013 rund 5,3 Milliarden Euro Mehrkosten zu erwarten. Zudem drohe 2013 eine einmalige Kürzung des Bundeszuschusses um zwei Milliarden Euro.

Insgesamt prognostiziert die Vorsitzende einen langfristigen Ausgabenanstieg von 3,4 Prozent. Demgegenüber stehe ein Einnahmeanstieg um 1,3 Prozent.

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Die Zahlen sind jedoch nur erste Schätzungen. So ist derzeit noch nicht vorherzusehen, wie viel mehr Geld insbesondere den Ärzten bei den anstehenden Honorarverhandlungen zugebilligt wird. Der Spitzenverband rechnet mit 500 bis 700 Millionen Euro Mehrkosten in diesem Jahr und einer Milliarde Mehrkosten im kommenden Jahr.

Die Ärzte forderten zuletzt jedoch Honorarsteigerungen von 3,5 Milliarden Euro für 2013. Dies würde einem Anstieg von zehn Prozentpunkten entsprechen. Bis Ende August werden erste Ergebnisse aus den Verhandlungen erwartet. © dapd/aerzteblatt.de

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