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Rheuma: Biologika-Therapie begünstigt Gürtelrose

Freitag, 8. Juni 2012

Montpellier – Zu den möglichen Folgen jeder Immunsuppression zählt eine Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus und die Entwicklung einer Gürtelrose. Das Risiko ist bei einer Biologika-Therapie höher als bei der Verwendung von Basistherapeutika (DSMAR). Dies ergab eine Meta-Analyse, die auf dem europäischen Rheumatologenkongress in Berlin vorgestellt wurde.

Das Team um Helene Che vom Hôpital Lapeyronie in Montpellier hat insgesamt 50 wissenschaftliche Studien und die Daten aus 11 Patientenregistern ausgewertet, in denen die Rate von Zoster oder anderen Herpesinfektionen unter der Therapie rheumatischer Erkrankungen erfasst wurde.

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Ihre Meta-Analyse umfasst 124.966 Patientenjahre einer Biologika-Therapie und 50.768 Patientenjahre einer DMARD-Behandlung und sie liefert ein statistisch eindeutiges Ergebnis: Unter Biologika kommt es zu 75 Prozent häufiger als unter DMARD zu Herpeserkrankungen (Odds Ratio 1,75; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,50–2,04). Außerdem muss häufiger mit einem schweren Verlauf gerechnet werden.

Der Herpes zoster ist zwar in der Regel eine selbstlimitierende Erkrankung. Nach einem schweren Verlauf kann es allerdings zu einer postherpetischen Neuralgie kommen, die die Patienten über Jahre hinweg durch Schmerzen quält. Che hält es deshalb für überlegenswert, die am meisten gefährdeten Patienten zu impfen.

Am meisten gefährdet sind Patienten im Alter über 60 Jahren, die vor dem ersten Lebensjahr an Windpocken erkrankt waren. Ein Impfstoff steht seit einigen Jahren zur Verfügung. Da er aus abgeschwächten Viren besteht, ist eine Impfung während einer Biologika-Therapie kontraindiziert. Die Hersteller raten grundsätzlich, Impfungen vor dem Beginn der Therapie durchzuführen. © rme/aerzteblatt.de

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