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Vier genetische Risikofaktoren für die Migräne ohne Aura

Montag, 11. Juni 2012

Leiden – Auch für die Migräne ohne Aura gibt es eine genetische Veranlagung. Nachdem ein internationales Forscherteam im letzten Jahr schon zwei Genvarianten für die Migräne mit Aura und drei Genvarianten für die Migräne im Allgemeinen gefunden hatte, beschreibt das Team jetzt in Nature Genetics (2012; doi: 10.1038/ng.2307) vier Varianten für die Migräne ohne Aura.

Für die aktuelle Auswertung hat das International Headache Genetics Consortium in einer sogenannten genom-weiten Assoziationsstudie (GWAS) die Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNP) von 2.326 Migränepatienten aus Deutschland und den Niederlanden mit 4.580 Kontrollen verglichen. Dabei stießen sie auf vier SNP. Es handelt sich jedoch um andere SNP als in den beiden Untersuchungen aus dem letzten Jahr, so dass die Studie eher auf Unterschiede denn auf Gemeinsamkeiten der Migräne-Formen hinweist.

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Obwohl die Bedeutung der insgesamt sieben SNP für das individuelle Migräne-Risiko eines Menschen gering ist (sprich: ein genetischer Test ist nicht in Sicht), sieht Studienleiter Arn van den Maagdenberg vom Leids Universitair Medisch Centrum (LUMC) in den Ergebnissen doch einen wichtigen Schritt hin zum besseren Verständnis der Pathogenese der Migräne, die nach wie vor ungeklärt ist. Eine klare Antwort sei derzeit jedoch nicht möglich, so van den Maagdenberg.

Die bisherigen Ergebnisse deuten sowohl auf eine vaskuläre Dysfunktion hin als auch auf eine Übererregbarkeit des Gehirns infolge einer vermehrten Aktivität von des Neurotransmitters Glutamat. Die Studie liefert demnach den beiden konkurrierenden Erklärungsmodellen der Migräne gleichermaßen Argumente. © rme/aerzteblatt.de

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