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Warum Pankreaskarzinome so gefährlich sind

Dienstag, 12. Juni 2012

New York – Die Tumorzellen bei Karzinomen der Bauchspeicheldrüse bedienen sich bestimmter Zytokine, um das menschliche Immunsystem zu unterdrücken und dadurch gefährlicher zu werden. Während der Körper die Tumorzellen noch nicht als solche erkennt, kann das Karzinom wachsen. Das haben Wissenschaftler der University of New York festgestellt und damit auch Aussichten auf neue Therapieziele gegeben. Die entsprechende Studie erscheint im Fachmagazin Cancer Cell (doi: 10.1016/j.ccr.2012.04.024).

Das Pankreaskarzinom ist besonders wegen des aggressiven Wachstums und der späten Diagnostik gefürchtet. Zum Zeitpunkt der Diagnose sind mehr als drei Viertel der Tumore weit fortgeschritten, sodass nur etwa vier Prozent der Patienten fünf Jahre nach der Diagnosestellung noch leben.

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Doch daran könnte sich möglicherweise bald etwas ändern, meinen die New Yorker Wissenschaftler unter der Leitung von Safna Bar-Sagi.

Sie konstatieren zunächst, dass die molekularen Mechanismen, mit denen Pankreas­karzinome das umgebende Gewebe beeinflussen, noch nicht gut erforscht seien. Es gelang ihnen aber nachzuweisen, dass eine Mutation im sogenannten KRAS-Gen dafür verantwortlich ist, dass die Tumorzellen das Glykoprotein GM-CSF (granulozyte macrophage – colony stimulating factor) produzieren.

 Dieses Glykoprotein wirkt im menschlichen Immunsystem als Zytokin und vermittelt normalerweise die Differenzierung noch unreifer Zellen im Knochenmark in kompetente Makrophagen oder Granulozyten. Bei an einem Pankreastumor erkrankten Patienten produziert der GM-CSF jedoch bestimmte Suppressorzellen, die das natürliche Abwehrsystem unterdrücken und die Karzinomzellen für die Immunzellen unsichtbar machen.

In ihrem Mausmodell gelang es ihnen anschließend, die GM-CSF-Produktion zu blockieren, sodass weniger Suppressorzellen aktiv waren und die Immunantwort den Tumor entdecken und bekämpfen konnte.

Ihr Ansatz für eine mögliche neue Therapiestrategie gegen das Pankreaskarzinom richtet sich demnach also danach, die im Körper vorhandenen Abwehrmechanismen zu stärken. Auch die Tatsache, dass knapp 95 Prozent aller Pankreaskarzinom-Arten das Glykoprotein GM-CSF produzieren, lässt die Autoren hoffen, dass von eventuellen, zukünftigen Therapien möglichst viele Betroffenen profitieren könnten.

Die zugrunde liegende Mutation in dem KRAS-Gen betrifft darüber hinaus nicht nur das Pankreaskarzinom. Denn auch Tumore im Dickdarm oder der Lunge haben in vorangegangenen Studien bereits gezeigt, dass auf molekularer Ebene dieses Gen beteiligt ist. In diesem Zusammenhang gewinne die Entdeckung der Immunsuppression durch GM-CSF noch mehr an Bedeutung, finden die Wissenschaftler.  © hil/aerzteblatt.de

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