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Pille birgt Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt

Donnerstag, 14. Juni 2012

Kopenhagen – Orale Kontrazeptiva mit Ethinylestradiol erhöhen nicht nur im venösen Kreislauf das Thromboserisiko. Eine Kohortenstudie aus Dänemark belegt im New England Journal of Medicine (2012; 366: 2257-2266) auch eine erhöhte Rate von Herzinfarkten und ischämischen Schlaganfällen, die Folge arterieller Thrombosen sind. Die Gefahr ist, insbesondere für jüngere Anwenderinnen, jedoch minimal.

Die Studie von Øjvind Lidegaard von der Universität Kopenhagen umfasst mehr als 1,6 Millionen Däninnen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren und einen Zeitraum von 15 Jahren seit 1995. Da in Dänemark alle Einwohner eine persönliche Identifikationsnummer haben, die in allen Register verwendet wird, konnten die Forscher ermitteln, wie viele Frauen Rezepte für hormonelle Kontrazeptiva eingelöst haben und wie viele von ihnen wegen eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts in einer Klinik behandelt wurden.

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Tatsächlich hatten Frauen, die orale Kontrazeptiva anwendeten, ein etwas erhöhtes Risiko auf beide Ereignisse. Für Präparate mit der niedrigeren Ethinylestradiol-Konzentration von 20 µg ermittelt Lidegaard ein bis zu 1,7-fach erhöhtes Schlaganfall- und ein bis zu 1,55-fach erhöhtes Herzinfarktrisiko, wenn jeweils die Kombination mit dem „ungünstigsten“ Gestagen herausgepickt wird. Für höhere Ethinylestradiol-Konzentration von 30-40 µg war das Schlaganfallrisiko bis zu 2,2-fach und das Herzinfarktrisiko bis zu 2,3-fach erhöht.

Das sind allerdings alles andere als besorgniserregende Zahlen, da Herzinfarkte und Schlaganfälle bei Frauen im reproduktionsfähigen Alter selten sind. Bei jüngeren Frauen, die am häufigsten hormonelle Kontrazeptiva wählen, sind sie sogar extrem selten. Dann bleibt es selbst bei der Verdopplung eines relativen Risikos bei einem niedrigen persönlichen Risiko der einzelnen Anwenderin.

Lidegaard vermutet, dass es unter 10.000 Frauen, die eine Kombination von Desogestrel mit Ethinylestradiol in der Dosierung von 20 µg anwenden, pro Jahr zu zwei zusätzlichen arteriellen Ereignissen kommt. Die Zahl der venösen Ereignisse, also eine tiefe Venenthrombose oder eine Lungenembolie, betrage 6,8 pro 10.000 Anwenderjahre.

Ein ungewöhnliches Ergebnis der Studie war ein 2,5-fach erhöhtes Schlaganfallrisiko von Anwenderinnen von Vaginalringen. Auch für das Herzinfarktrisiko bestand hier ein Trend. Diese Analyse beruht aber gerade einmal auf 12 Schlaganfällen und 3 Herzinfarkten bei fast 39.000 Anwenderjahren, so dass sich hier die Frage stellt, ob das Risiko aussagekräftig ist.

Für die Editorialistin Diana Petitti von der Arizona State University in Tucson sind die Zahlen keinerlei Grund zur Beunruhigung. Die Frauen könnten das Risiko weiter senken, wenn sie nicht rauchen und regelmäßig den Blutdruck kontrollieren, um bei einem Anstieg auf hormonelle Kontrazeptiva zu verzichten. © rme/aerzteblatt.de

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